In Brief
OECD fordert mehr und bessere Entwicklungshilfe
In ihrem im Februar veröffentlichten Development Co-operation Report 2007 erteilt die OECD der Gebergemeinschaft ein durchwachsenes Zeugnis. Positiv vermerkt sie, dass die gesamte weltweite offizielle Entwicklungshilfe (ODA) von 2002 bis 2006 von 58 auf 104 Milliarden Dollar stieg. Da aber der Löwenanteil auf Schuldenerlasse entfallen sei, habe er nicht als frisch verwendbares Geld für Programme bereitgestanden. Künftig müssten andere Entwicklungsaufwendungen steigen, wenn bestehende G8-Versprechen eingehalten werden sollen. Den Angaben zufolge waren 2002 nur knapp 43 Prozent der Mittel nicht an Lieferaufträge geknüpft, der Anstieg auf 53 Prozent 2006 wird positiv bewertet. Die OECD lobt zudem, dass der Anteil der ärmsten Länder an bilateraler Unterstützung im Untersuchungszeitraum von 40 Prozent auf 46 Prozent gestiegen sei, während die Quote an der Gesamt-ODA nur von 47 Prozent auf 49 Prozent zulegte.
Die OECD hält aber auch fest, dass viele Geber noch sehr verzettelt agierten und sich stärker auf einzelne Partner und Ziele konzentrieren sollten. Schritte in Richtung größerer Effizienz im Sinne der Paris Declaration (siehe auch nebenstehenden Artikel über die UN) gelten der OECD als erfolgreich, aber noch längst nicht ausreichend. (dem)
Link:
Development Co-operation Report 2007
»» http://www.oecd.org
Postgraduierten-Ausbildung am DIE
Bis zum 8. April läuft die Bewerbungsfrist für den nächsten postuniversitären Fachkräftekurs am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. Voraussetzungen für die Teilnahme sind unter anderem die Staatszugehörigkeit zu einem EU-Land, ein Hochschulabschluss mit überdurchschnittlicher Note, sehr gute Englischkenntnisse und Erfahrungen in einem Entwicklungsland. Zum Ausbildungsgang gehört auch ein 11-wöchiger Aufenthalt in einem Entwicklungsland. Interessenten sollten nicht älter als 30 Jahre sein. Der Kurs startet im September und schließt im Mai 2009. (dem)
Informationen: »» elke.brueninghaus@die-gdi.de
Internet: »» http://www.die-gdi.de
Staaten müssen Artenvielfalt retten
100 Tage vor Beginn der 9. UN-Konferenz über die biologische Vielfalt (COP 9) in Bonn haben deutsche Nichtregierungsorganisationen zu mehr Engagement aufgerufen. In einer Erklärung haben sie vier Kernforderungen verabschiedet, mit deren Umsetzung die COP-Vertragsstaaten jetzt schon beginnen müssen. Dabei handelt es sich vor allem um den Schutz wichtiger Naturgebiete, wie zum Beispiel Urwälder, Steppen und Savannen. Auch 40 Prozent der Meeresfläche solle unter Schutz gestellt werden. Finanziell müssten reiche Länder den ärmeren Ländern dabei helfen. Auch müssten sie für einen fairen Vorteilsausgleich sorgen, wenn es um die Nutzung der genetischen Vielfalt geht. (sz)
Makoni kandidiert gegen Mugabe
Kurz vor den Wahlen in Zimbabwe hat Präsident Robert Mugabe einen neuen Herausforderer bekommen. Simba Makoni, der bis vor kurzem noch Finanzminister war, will am 29. März als Präsidentschaftskandidat antreten. Er rechnet sich Chancen auf den Wahlsieg aus. Auch Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wird wieder antreten. Seine Partei, Movement for Democratic Change, ist inzwischen aber in zwei Fraktionen gespalten. Mugabe, der seit 1980 im Amt ist, hat es bislang geschafft, die Opposition zu unterdrücken, oft auch gewaltsam. Kritiker werfen dem 84-jährigen zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor. Mugabe wird auch die wirtschaftliche Misere Zimbabwes vorgehalten. Die Inflationsrate beträgt inzwischen mehr als 66 000 Prozent. (sz)
BTI: Zu wenig Rechtsstaatlichkeit
Die Bertelsmann Stiftung hat den neuen Transformationsindex (BTI) 2008 vorgestellt. Dabei wurden zahlreichen Staaten große Defizite im rechtsstaatlichen und sozialpolitischen Bereich bescheinigt. Die Tatsache, dass so viele Menschen wie nie zuvor ihre Regierung frei wählen konnten, hat daran nichts geändert. In den wenigsten Ländern gebe es eine uneingeschränkte Gewaltenteilung, schreiben die Autoren. Amtsmissbrauch werde noch seltener geahndet. Probleme gebe es auch in der wirtschaftlichen Entwicklung. Im BTI 2008 heißt es, dass aufgrund des Wirtschaftswachstums viele Staaten in Afrika und Lateinamerika nicht konsequent genug ihre Volkswirtschaften konsolidieren. Darüber hinaus gebe es in vielen Ländern immer noch zu viele Menschen, die nicht vom Aufschwung profitieren. In der Studie wurden 125 Entwicklungs- und Transformationsländer nach der Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und Governance bewertet. (sz)
Link:
http://www.bertelsmann-transformation-index.de
»» http://www.bertelsmann-transformation-index.de
UNICEF Deutschland nicht mehr vertrauenswürdig
Der deutschen Sektion des Kinderhilfswerks UNICEF wurde das Spendensiegel aberkannt. Die Hilfsorganisation habe in mehreren Punkten gegen die erforderlichen Standards verstoßen, teilte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit. Das DZI ist für die Vergabe von Spendensiegeln verantwortlich. Die Prüfer warfen Unicef vor, Provisionen an Spendenwerber verschwiegen zu haben. Der Interimsvorsitzende von UNICEF Deutschland, Reinhard Schlagintweit, sagte, dieses Urteil treffe die Organisation hart. Man habe damit nicht gerechnet. Die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks steht seit Wochen schon massiv in der Kritik. Ihr wird Untreue und Missmanagement vorgeworfen. Dazu sollen viel zu hohe Beraterhonorare gezahlt worden sein. Nach einem internen Streit ist deshalb die Vorstandsvorsitzende Heide Simonis von ihrem Posten zurückgetreten. Nachdem der Druck immer größer wurde, legte auch der umstrittene Geschäftsführer Dieter Garlichs sein Amt nieder. Gegen ihn ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdachts der Untreue. (sz)
Ägypten gewinnt Afrika Cup
Fußballfest in Ghana: Ein ägyptischer Fan feiert den Sieg seiner Nationalelf beim 26. Africa Cup of Nations. Dieser habe inzwischen das Niveaueiner Lateinamerika- oder Europameisterschaft erreicht, sagen Experten.
E+Z, 2008/03, Monitor, Seite 5-96


