Meldungen
Der Ölgigant Shell muss sich wegen der Verschmutzung von Feldern und Fischgründen im Nigerdelta vor einem Gericht in Den Haag verantworten. Die Klage gegen die Shell-Tochter Shell Petroleum Development Company wurde am 30. Dezember zugelassen, wie niederländische Zeitungen berichteten.
Nigerianische Bauern und die niederländische Organisation Milieudefensie, die dem internationalen Umweltaktivisten-Netzwerk Friends of the Earth angehört, fordern von der Shell-Tochter Schadensersatz für die Schäden, die durch eine leckende Pipeline 2005 im Dorf Oruma entstanden sind. Die Verhandlungen sollen am 10. Februar beginnen. (cir)
In Britannien sind seit Anfang des Jahres alle Kit-Kat-Schokoriegel mit dem Fairtrade-Label versehen. Das teilte Transfair im Januar mit. Der Organisation zufolge stammt der Rohstoff für die zertifizierten Süßwaren der Firma Nestlé von Kooperativen in Côte d’Ivoire. (cir)
Einige Länder der asiatischen Wirtschaftsgemeinschaft Asean und China haben zu Beginn des Jahres einen Großteil der gegenseitigen Zölle abgeschafft. Mit einem Handelsvolumen von knapp 200 Milliarden Dollar haben sie so die drittgrößte Freihandelsregion der Erde geschaffen. Das Abkommen gilt zunächst nur mit den Ländern Indonesien, Brunei, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand. Ab 2015 sollen dann die anderen Asean-Staaten Laos, Vietnam, Kambodscha und Birma zur Freihandelszone gehören.
Bisher ausgenommen sind sogenannte sensible Bereiche. Dazu gehören Textilien und Elektronikartikel. Für China sind die AseanStaaten sowohl als Rohstofflieferanten als auch als Absatzmarkt interessant. Nicht-tarifäre Handelshemmnisse berührt das Abkommen nicht. (cir)
Bis zum 8. April können sich Interessierte beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik für den Postgraduierten Kurs für Fachkräfte bewerben. Voraussetzungen sind unter anderem gute Abschlussnoten, die Staatsangehörigkeit in einem EU-Mitgliedsland und Sprachkenntnisse. Die Ausbildung dauert neun Monate und beginnt Anfang September. (dem)
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Seit Ende Oktober sind Laut den UN rund 125 000 Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) in die Zentralafrikanische Republik und nach Kongo-Brazzaville geflohen. Zehntausend weitere sind im Inland auf der Flucht. Diese neuen Flüchtlinge kommen in erster Linie aus der Provinz Equateur im Nord-Westen der DR Kongo. Bei den Unruhen im Oktober wurden nach Regierungsinformationen 270 Personen getötet. Hintergrund des Kampfes waren nicht Rohstoffvorkommen wie im Konflikt im Osten des Landes, sondern politsche Unzufriedenheit und Widerstand gegen die Regierung von Joseph Kabila.
In Ostkongo beendete die Regierung derweil zum Jahreswechsel eine militärische Offensive gegen die Ruanda-stämmige Hutu-Miliz FDLR. Der deutschen Tageszeitung taz sagte Armeesprecher Sylvain Ekenge, dass von ehemals rund 6000 FDLR-Kämpfern im Kongo inzwischen „1472 getötet und 2029 gefangengenommen“ oder nach Ruanda zurückgeschickt worden seien. Bis März sollen sich die Soldaten nun vornehmlich um den Schutz der Zivilbevölkerung kümmern. Die UN-Soldaten vor Ort sollen die kongolesische Armee dabei weiter unterstützen. (cir)
Bei einem schweren Erdbeben im Januar sind in Haiti mehr als 170 000 Menschen ums Leben gekommen. Am stärksten betroffen war die Hauptstadt Port-au-Prince, die nur rund 15 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt liegt. Durch das Beben, das eine Stärke von 7,0 auf der Richterskala hatte, brachen die Wasser- und Stromversorgung zunächst zusammen, mehr als 60 Prozent der Gebäude von Port-au-Prince wurden zerstört. Betroffen sind nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu 3,5 Millionen Menschen. (cir)
Dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist ein peinlicher Fehler unterlaufen. Im Januar wurde bekannt, dass eine Aussage über das Schmelzen der Himalaya-Gletscher bis zum Jahr 2035 stark übertrieben und nicht ausreichend wissenschaftlich untermauert war. An dieser Stelle berief sich eine 938 Seiten starke Studie einer IPCC-Arbeitsgruppe lediglich auf einen Bericht der Umweltorganisation WWF.
An kaum einer Studie haben so viele Wissenschaftler mitgewirkt wie am Weltklimabericht. „Die Aussage des IPCC ist falsch und irreführend“, zitierte das Fachmagazin Nature den Generaldirektor des Internationalen Zentrums für integrierte Bergentwicklung, das seinen Sitz in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat. Laut Nature stehen im gleichen Abschnitt des Berichts andere, weniger spektakuläre Fehler. Andere Fachleute weisen darauf hin, dass es sich um Einzelfehler in einer riesigen Studie handele, welche die Gesamtaussage nicht in Frage stellten. (cir)
Die beiden Hilfswerke medica mondiale und Welthungerhilfe haben sich nicht, wie fälschlicherweise in der Januarausgabe von E+Z (Seite 7) berichtet, vollständig aus Afghanistan zurückgezogen, sondern ihr Engagement vor Ort den verschärften Gegebenheiten angepasst. Beide schließen jeweils einen Standort. medica mondiale hat Ende 2008 das Büro aufgegeben, die Welthungerhilfe schließt im Februar ihr Büro in Takhar. (cir)
E+Z, 2010/02, Monitor, Seite 49-52





