"Managing for Redults" is one of the principles in the international debate on aid effectiveness ©Sean Sprague/Lineair
Editorial
Risikoinvestition
Entwicklungspolitik ist aus strukturellen Gründen verglichen mit anderen Regierungsressorts besonders intransparent. Die Öffentlichkeit reicher Nationen interessiert sich nicht im Detail dafür, was mit dem geringen Teil der Steuermittel geschieht, den ihre Regierungen dafür aufwenden, arme Länder zu unterstützen. In Deutschland zum Beispiel ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nur für etwas mehr als zwei Prozent des Bundeshaushalts zuständig. Und in den Entwicklungsländern gilt die Aufmerksamkeit zu Recht dem Handeln der jeweils eigenen Regierung und nicht den Geberinstitutionen.
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Kriminalität
Mit Kunst gegen Gewalt
Kolumbiens Gewaltrate stagniert seit Jahren auf einem beängstigend hohen Niveau. Lokale Friedensinitiativen setzen auf Kunst und Kreativität und erzielen damit erstaunliche Erfolge. Auch staatliche Instanzen greifen stärker zu innovativen Methoden, besonders bei der Arbeit mit Opfern und bei der Landrückgabe.
Von Cletus Gregor Barié
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Niger
Afrikas neuer Ölexporteur
Chinesen ist in Niger gelungen, was westliche Firmen seit 1960 nicht geschafft hatten: Nahe der Grenze zu Tschad wurden Ölfelder erschlossen. Der große Nachbar Nigeria fördert freilich viel mehr Öl; dessen Rohstoffpolitik hat Folgen vor Ort.
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Wirksamkeit der Entwicklungshilfe
Wenn kein Geld mehr fließt
In der Entwicklungszusammenarbeit ist es ausschlaggebend, dass Geber und Empfängerregierungen sich einigen, was zu tun ist. Im vergangenen Jahr erlebte Malawi, was es bedeutet, wenn diese Parteien keinen Konsens mehr finden: Die Geber stellen ihre Budgethilfe ein.
Von Raphael Mweninguwe
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Geberhandeln
Output statt Input
Andris Piebalgs, der EU-Kommissar für Entwicklung, wertet das High Level Forum in Busan als wichtigen Schritt, um die Entwicklungszusammenarbeit stärker auf Ergebnisse auszurichten. Hier erläutert er seine Sicht.
Von Andris Piebalgs
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Meldungen
McDonald’s scheitert in Bolivien
Der Weltmarktführer für industrielles Fastfood hat sich im Januar aus Bolivien zurückgezogen.
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Haiti
Zäher Neustart
Haiti leidet weiter unter den Folgen des Erdbebens vor zwei Jahren. Doch die Ursachen für viele Probleme liegen tiefer. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen: Das Engagement darf jetzt nicht nachlassen.
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Kommentar
Fragwürdige Razzien
Büro-Durchsuchungen bei zivilgesellschaftlichen Organisationen in Kairo sorgten international für Empörung. Auch die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung war betroffen.
Von Eva-Maria Verfürth
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Gesundheit
Apotheken auf Motorrollern
Es scheint paradox: Arme Menschen bezahlen mehr für dieselben Medikamente als reiche. Dennoch haben sie oft keinen Zugang zu den Arzneien, die sie brauchen. Eine neue Studie gibt Hinweise, wie sich das ändern könnte.
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Demokratieförderung
Blutige Bürgernähe
In vielen Entwicklungsländern verschärfen Wahlen die Konflikte, die sie eigentlich lösen sollen. Ausländische Helfer und Beobachter mögen Gutes bezwecken, aber Todesopfer beweisen, dass die Demokratieförderung vielfach versagt.
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Kommentar
Glaube und Sieg
Mitte Januar sind in Ägypten die Unterhauswahlen zu Ende gegangen – mit einem erdrutschartigen Triumph der religiös motivierten Parteien. Dieses Ergebnis wird die neue ägyptische Verfassung prägen. Die zukünftige Rolle des Militärs bleibt derweil ungewiss.
Von Ronald Meinardus
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Dezemberheft
Leserbriefe
Leserreaktionen zu den Artikeln von Vera Dicke und Peter Hauff in unserer Dezember-Ausgabe.
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Bürgerengagement
Zurück zu den Graswurzeln
Zivilgesellschaftliche Organisationen in der Republik Niger haben es schwer. Die gesetzlichen Grundlagen sind da – doch es fehlt an Geld, Bildung und Mitgliedern. Wenn Entwicklungsorganisationen helfen wollen, sollten sie ganz unten ansetzen.
Von Michael Konow
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Kommentar
Die Bedrohung durch Boko Haram
Islamistischer Terrorismus hat in Nigeria lokale Wurzeln und internationale Bedeutung. Das Land muss seine Regierungsführung verbessern und mehr für seinen benachteiligten Norden tun, der muslimisch geprägt ist.
Von Vladimir Antwi-Danso
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Demokratieförderung
Unausgereifte Pläne
Für die Europäische Union ist es von riesiger Bedeutung, dass der demokratische Wandel in der arabischen Welt gelingt. Sie war auf den Umbruch dort ebenso wenig vorbereitet wie auf die Proteste gegen Wahlmanipulationen in Russland im Dezember. Ein neues Instrument, die European Endowment for Democracy, soll solche Versäumnisse in Zukunft verhindern. Leider ist die Endowment als Konvent geplant, was dieser Aufgabe nicht angemessen ist.
Von Maria Elisabeth Rotter
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Multilateraler Gipfel
„Sehr solides Fundament“
Ende vergangenen Jahres fand das vierte High Level Forum on Aid Effectiveness im südkoreanischen Busan statt. Ähnliche multilaterale Gipfel gab es 2003 in Rom, 2005 in Paris und 2008 in Accra. Schon früh erklärten sie „Managing for Results“ zu einem Leitprinzip (siehe Kasten von Vera Dicke). In der Abschlusserklärung von Busan ist nun vom „Focus on Results“ die Rede. Hans Dembowski sprach über die Bedeutung dieser Neuformulierung mit Antonio Tujan Jr. von BetterAid, dem internationalen Dachverband zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Interview mit Antonio Tujan Jr.
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Kurzübersicht
Aid-Effectiveness-Debatte
Mit Begriffen wie „Ownership“ oder „Managing for Results“ kann der durchschnittliche deutsche Zeitungsleser kaum etwas anfangen. Tatsächlich sind wichtige Themen der internationalen Entwicklungspolitik in den vergangenen zehn Jahren an der breiten Öffentlichkeit vorbeigegangen. Die Fachwelt kennt die beiden Termini aber als Grundprinzipien der Agenda zur Steigerung der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe.
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Afrika
Regionale Kooperation
Auffallend an der Busan Partnership for Effective Development Cooperation, dem Abschlussdokument des jüngsten High Level Forums, ist die neue Wertschätzung der regionalen Integration. Das ist für Afrika höchst relevant und bietet neue Möglichkeiten für ergebnisorientierte Entwicklungszusammenarbeit und für Süd-Süd-Kooperationen.
Von Mamadou Lamine N’Dongo
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Eigenverantwortung der Entwicklungsländer
„Wir müssen lernen, Nein zu sagen“
Wenn die Geberregierungen die politische Eigenverantwortung der Länder übergehen, können ihre Gelder nicht effektiv eingesetzt werden. Alle Beteiligten haben noch einen langen Weg zurückzulegen, bis sie die Versprechen der Pariser Erklärung wirklich erfüllen, meint Karin Slowing Umaña aus Guatemala.
Interview mit Karin Slowing Umaña
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Wissenschaft
Forschung trifft Praxis
Seit gut zehn Jahren bemühen sich Organisationen und Forschungsinstitute verstärkt um wissensbasierte Entwicklungszusammenarbeit. Aufgrund neuer Technologien, globaler Herausforderungen und neuer Instrumente wird fundierte Politikberatung immer wichtiger. Vielen Durchführungsorganisationen ist außerdem bewusst, dass zur kritischen Reflexion ihrer Arbeit auch ein Blick von außen nötig ist.
Von Fabian Scholtes
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Wirkungsvolle Zusammenarbeit
Knapp daneben
Entwicklungsmaßnahmen, die nicht in der Eigenverantwortung der Zielländer liegen, scheitern. Die internationale Gemeinschaft hat das erkannt, bisher aber nicht die richtigen Konsequenzen daraus gezogen. Anstatt viel Geld in Länder ohne kompetente Regierung zu stecken, sollten Geber mehr in globale Gemeingüter investieren. Wenn sie in Entwicklungsländern Eigenverantwortung stärken wollen, können sie auch vermittelnd dort eingreifen, wo Armutsbekämpfung nicht vorankommt, weil kollektives Handeln nicht gelingt.
Von David Booth
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