Außenhandel

Mosambiks Außenhandelsschwäche

Das World Economic Forum beschreibt Mosambik in seinem „Global Competitiveness Index“ als eines der am wenigsten wettbewerbsfähigen Länder der Welt. Die Wertschöpfung im Land ist gering und die produzierten Waren können in Preis und Qualität international nicht mithalten.

hat zuletzt im Winter 2019/2020 als Leiter der Deutschen Auslandshandelskammer in Maputo, Mosambik, zu E+Z/D+C beigetragen.
 

schrieb zuletzt für E+Z/D+C im Winter 2019/2020 als ist Sozialökonom und freier Consultant mit den Schwerpunkten Privatsektorförderung und Organisationsentwicklung in Afrika und portugiesischsprachigen Ländern.
 

Schlechte Infrastruktur erschwert die Logistik. Gerhard/Lineair Schlechte Infrastruktur erschwert die Logistik.

Einst wurden in Mosambik Eisenbahnwaggons gebaut, heute importiert das Land sogar Lebensmittel in großem Umfang: Besonders der Agrarsektor ist wenig produktiv und die Produktpalette trotz des guten Klimas klein. Die meisten Arbeitskräfte sind informell und leben in Armut, Industrialisierung gibt es kaum.

Das liegt unter anderem daran, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen schlecht sind, wie der „Doing Business Index“ der Weltbank und die Transparency-International-Studien zu Korruption und Geschäftsethik nahelegen (zum aktuellen Korruptionsskandal in Mosambik siehe auch Kaiser/dos Reis). Ohne Beteiligung der politischen Elite geht wenig in der Wirtschaft, weshalb es kaum fairen, offenen Wettbewerb und ausreichende Produktivitätsanreize gibt.

Auch die Bürokratie erschwert internationalen Handel. Kosten und Verwaltungsaufwand für Genehmigungen sind hoch, Wartezeiten lang, Ämter oft wenig effizient und zuverlässig. Zudem ist das Land groß und langgestreckt, die Transportinfrastruktur lässt aber zu wünschen übrig und ist teuer.

Aufgrund mangelnder industrieller Produktion bestehen die Exporte zum größten Teil aus unverarbeiteten Grund- und Rohstoffen: Aluminium, Kohle, Gas, mineralische Rohstoffe und in bescheidenem Maße Tabak, Baumwolle, Meeresfrüchte. Der Abbau wird zumeist von ausländischen Investoren finanziert, die kurze Wertschöpfungsketten bevorzugen und nur selten lokale Unternehmen einbinden.

Fast die Hälfte der Exporte gehen nach China und in das benachbarte Südafrika, Aluminium wird vor allem nach Europa geliefert. Der Außenhandel ist also sektoral wie regional wenig diversifiziert und damit sehr verwundbar.

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