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Finanzierung

Finanzieller Schub durch Entwicklungsbanken

von José Siaba Serrate

In Kürze

picture-alliance/Photoshot

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Multilaterale Entwicklungsbanken setzen enorme Ressourcen ein, um grünen Aufschwung zu fördern.

Multilaterale Entwicklungsbanken (MEB) sind wichtige Akteure bei den Bemühungen um nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung in Lateinamerika und der Karibik. Neben der direkten Projektfinanzierung helfen sie dabei, Milliarden für „grüne“ Infrastrukturprojekte aus dem Privatsektor zu gewinnen. Obendrein unterstützen sie Kreditnehmer mit Rat und Expertise.

2021 stellte die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) in der LAC-Region neue Darlehen im Wert von 19,5 Milliarden Dollar bereit. Fast 70 Prozent davon entfielen auf klimapolitische Zwecke. Die IDB will in den nächsten vier Jahren weitere 24 Milliarden Dollar für Klima- und Umweltfinanzierungen bereitstellen. Alle geförderten Projekte müssen mit dem Pariser Abkommen übereinstimmen.

Auch die in Venezuela ansässige Anden-Entwicklungsbank CAF (Corporación Andina de Fomento), die 19 Regierungen und 13 Privatbanken gehört, stellt umfangreiche Mittel für ökologisch relevante Projekte bereit. In den nächsten fünf Jahren will sie die Länder mit 25 Milliarden Dollar dabei unterstützen, ihre Klimaresistenz zu stärken, Projekte für erneuerbare Energien zu entwickeln, Treibhausemissionen zu reduzieren sowie die biologische Vielfalt und den Naturschutz generell zu fördern.

Neben der direkten Finanzierung übernehmen MEB auch die Konsortialführung bei Großprojekten. Das macht es leichter, private Kreditgeber zu gewinnen und zugleich die Interessen der Kreditnehmer zu schützen. Projekte zur Verbesserung der Umwelt und zur sozialen Eingliederung fruchten meist erst nach Jahren. Damit sie sich betriebswirtschaftlich rechnen, sind niedrige Zinssätze, flexible Tilgungsfristen und großzügige Sicherheitskonditionen nötig. So können grundsätzlich Rückzahlungen nur aus Projektgewinnen, nicht aber aus sonstigem Vermögen der Kreditnehmer zugesagt werden.

MEB können bei solchen Vorhaben die Chancen nutzen, die ihre großen Netzwerke bieten. Die IDB zum Beispiel ist eine grüne Partnerschaft mit mehr als 40 anderen Entwicklungsfinanzierern in der LAC-Region eingegangen. Diese Gruppe hat bereits mehr Kreditlinien im Volumen von 2 Milliarden Dollar bereitgestellt und damit Privatinvestitionen im Wert von 6 Milliarden Dollar ermöglicht.

Ähnliche Unterstützung kann auch von einem Netzwerk mit 72 nationalen Entwicklungsbanken geleistet werden. Zusammen verfügen sie über Vermögenswerte von 1,7 Billionen Dollar, ein gemeinsames Portfolio von 1 Billion Dollar und fast 80 000 Zweigstellen in der Region. Gemeinsam können sie eine starke Kraft für den grünen Aufschwung sein.


José Siaba Serrate ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Buenos Aires und der Universität des Centre for Macroeconomic Study (UCEMA), einer Privatuni in Buenos Aires. Er ist zudem Mitglied des Argentinischen Rats für internationale Beziehungen (CARI).
[email protected]

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