D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

- keine -

Korruption

Mysteriöses Verschwinden

von Mahwish Gul

Heutzutage

Gesichtsmasken, Schutzanzüge und Testkits werden in den Krankenhäusern Kenias dringend benötigt.

Gesichtsmasken, Schutzanzüge und Testkits werden in den Krankenhäusern Kenias dringend benötigt.

Medizinisches Material und Ausrüstung, die im Kampf gegen Covid-19 dringend benötigt werden, wurden für den Verkauf auf dem Schwarzmarkt gestohlen. Dies ist symptomatisch für die weitverbreitete Korruption im kenianischen Gesundheitssektor.

Kenia kann die Coronavirus-Pandemie nur schwer unter Kontrolle bekommen, weil es in Krankenhäusern an Ausrüstung und Material mangelt. Selbst Basisartikel wie persönliche Schutzausrüstungen fehlen. Das hat fatale Folgen: Es starben bereits Dutzende Mediziner.

Deshalb versucht die internationale Gemeinschaft, Kenia und anderen schwer getroffenen afrikanischen Ländern zu helfen. Hilfsorganisationen haben Kenia Güter und Zuschüsse im Wert von mehr als 2 Milliarden Dollar zur Eindämmung der Pandemie geschickt. Zu den Spendern gehören die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, die Weltgesundheitsorganisation und die Jack Ma Foundation, eine von Alibaba-Gründer Jack Ma gegründete philanthropische Stiftung.

Leider hat jedoch ein Großteil dieser Hilfe die Ärzte, Krankenschwestern und Patienten nicht erreicht. Ein berüchtigter Fall ist der sogenannte „Covid-19-Millionärsskandal“. Bei diesem Fall fand die kenianische Ethik- und Antikorruptionskommission Beweise dafür, dass die Diebe der medizinischen Güter diese der Kenya Medical Supplies Authority zum dreifachen Marktpreis verkauften.

Im vergangenen März trafen 697 Pakete mit medizinischen Hilfsgütern am Flughafen Jomo Kenyatta ein, die von der Jack Ma Foundation gespendet worden waren. Die Stiftung schickte darin 20 000 Testkits, 100 000 Masken und 1000 Schutzanzüge und Gesichtsschutzschilde an jede bedürftige afrikanische Nation, einschließlich Kenia.

Mysteriöserweise verschwanden die Pakete kurz nach ihrer Ankunft. Medienberichten zufolge wurden viele Pakete entweder an Schwarzmarktkäufer oder an das Gesundheitsministerium zu überhöhten Preisen verkauft. Das Verkehrsministerium, das mit der Abfertigung importierter, für Regierungsbehörden bestimmter Waren beauftragt war, beschuldigte Ethiopian Airlines. Die Fluggesellschaft bestritt die Anklage. Sechs Monate später gab die Regierung nur 21 fehlende Pakete zu, und sie kann immer noch nicht sagen, wohin sie gingen.

Dies ist nur einer von mehreren öffentlichkeitswirksamen Korruptionsfällen. Insgesamt verschwanden in den ersten sechs Monaten der Pandemie schätzungsweise 400 Millionen Dollar an Geldern und Hilfsgütern. Das Problem ist nicht auf die Pandemie beschränkt. In einem Bericht der Regierung aus dem Jahr 2020 heißt es, dass Korruption und Missmanagement im Gesundheitssektor allgemein weit verbreitet sind und dass die Gesundheitsämter der Countys zu den schlimmsten Übeltätern gehören.

Die internationale Organisation zur Bekämpfung der Korruption, Transparency International, sagt, dass das Korruptionsproblem in Kenia schlimmer ist als im Durchschnitt in Subsahara-Afrika. Zusammen mit 44 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlichte Transparency International kürzlich einen offenen Brief an Regierungsbehörden, in dem eine Säuberung des Gesundheitssektors gefordert wurde.

„Der Covid-19-Millionärsskandal ist kein Einzelfall. Der Gesundheitssektor kämpft seit langer Zeit mit vielen Korruptionsfällen“, schreiben die Organisationen. „Korruption gedeiht oft in Krisenzeiten“, fügte die Geschäftsführerin von Transparency International Kenia, Sheila Masinde, in einer Presseerklärung hinzu. „Selbst in Krisenzeiten versuchen manche, vom Unglück anderer zu profitieren.“


Mahwish Gul ist Entwicklungsberaterin und lebt in Nairobi.
[email protected]

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren