Entwicklung und
Zusammenarbeit

Technologien

Wie Lebensmittelhilfen bisweilen US-Interessen dienen

Der Einsatz bestimmter Technologien in Hilfsprogrammen dient oft politischen Zielen.
Wirtschaftliche Interessen der USA inklusive: Testanbau von Gen-Mais in Südafrika 2011. Neil Overy/picture-alliance/imageBROKER
Wirtschaftliche Interessen der USA inklusive: Testanbau von Gen-Mais in Südafrika 2011.

Die USA und die EU etwa sind uneins über die Sicherheit von genetisch veränderten Nutzpflanzen. 2002 entschieden die USA, auch Gen-Mais als Nahrungsmittelhilfe ins südliche Afrika zu liefern. Angesichts von 14 Millionen hungernden Afrikanern nahmen die Empfänger diesen gerne an – und akzeptierten damit indirekt auch die zugrunde liegende Technologie.

Bei diesem Hilfspaket sei es mindestens so sehr um die genetische Beeinflussung gegangen wie darum, Hunger zu lindern, sagen manche. Die US-Lebensmittelhilfepolitik „sollte die Einführung von Biotech-Pflanzen im südlichen Afrika fördern, [dadurch] Marktzugang und Einfluss transnationaler Konzerne erweitern und die lokale kleinbäuerliche Produktion untergraben“, schrieb Noah Zerbe von der kalifornischen Humboldt State University. Die Folge sei mehr Ernährungsunsicherheit in Afrika.

Die US-Regierung mag dagegenhalten, die gentechnische Veränderung von Nutzpflanzen steigere über die Zeit die Ernteerträge und verhindere so künftige Nahrungsmittelknappheit. Trotzdem verfolgten die USA fraglos kommerzielle Interessen. Die Technologie zur gentechnischen Veränderung von Saatgut wurde in den USA entwickelt – ihre Entwickler profitierten von deren vermehrtem Einsatz.


Charles Martin-Shields ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn.
charles.martin-shields@die-gdi.de

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