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Weltwirtschaft

Unterschätzte Giganten

von D+C / E+Z

In Kürze

Byd verkauft Elektrobusse an Transportunternehmen in den USA.

Byd verkauft Elektrobusse an Transportunternehmen in den USA.

Unternehmen aus der Volksrepublik China haben eine größere Bedeutung auf den Weltmärkten, als den meisten Europäern und Nordamerikanern bewusst ist. Hier folgen einige Beispiele neuer multinationaler Konzerne.

Lenovo ist der größte Personal-Computer-Hersteller Chinas und gehört zu den größten der Welt. Die Firma verkauft zudem in Festland-China die meisten Smartphones. Sie stellt außerdem Tablets, Speichermedien, Server, Zubehör, Fernseher und weitere Produkte her. Lenovo wurde 1984 unter dem Namen Legend gegründet und 2003 mit dem Ziel der internationalen Expansion umbenannt. Durch Übernahmen und Zusammenschlüsse wuchs das Unternehmen schnell. 2005 kaufte Lenovo IBMs PC-Sparte, 2011 übernahm es die Mehrheit des Aldi-Lieferanten Medion, und 2014 kaufte es Motorola Mobility von Google. Heute verkauft Lenovo seine Produkte weltweit in mehr als 160 Ländern. Firmensitze sind Peking und Morrisville im US-Bundesstaat North Carolina.

Haier hat sich einen Namen als Hersteller von Kühlschränken, Klimaanlagen, Mikrowellen und anderen Haushaltsgeräten gemacht. In diesem Bereich liegt sein globaler Marktanteil bei ungefähr zehn Prozent und übertrifft damit alle Mitbewerber. Das Unternehmen verkauft auch Konsumgüter wie Fernseher oder Mobiltelefone. Es nutzt den Markennamen Haier seit 1993. Die Firma entstand aus einem Joint Venture des chinesischen Kühlschrankherstellers Qingdao und des deutschen Herstellers Liebherr. „Haier“ ist die Transkription davon, wie die zweite Silbe von „Liebherr“ auf Chinesisch ausgesprochen wird. Die deutsche Technik war hilfreich, aber die Marke verdankt ihr Wachstum chinesischen Managern, Designern und Ingenieuren, die sich auf erschwingliche Geräte konzentrierten.

Chery ist ein 1997 gegründeter staatseigener Autohersteller. 2012 produzierte das Unternehmen rund 590 000 Autos, Minivans und SUVs. Es hat Produktionsstätten in anderen asiatischen Ländern, aber auch im Mittleren Osten, Nordafrika, Lateinamerika und Osteuropa. In China hat Chery kürzlich die Produktion von Jaguars und Land Rovers in einem Joint Venture mit dem indischen Tata-Konzern, dem die britischen Marken gehören, aufgenommen.

Byd Auto ist ein anderer interessanter chinesischer Autohersteller. Es ist das Tochterunternehmen des Byd-Konzerns, der aufladbare Batterien herstellt. Entsprechend ist Byd Auto stark im Bereich Hybrid-Technologie und Elektroautos. Byd steht für das englische Motto „Build your dreams” und ist an der Hongkonger Börse notiert. Dem amerikanischen Milliardär Warren Buffett gehören zehn Prozent der Aktien. Byd hat auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler, das Luxuselektroautos der Marke Denza baut.

Alibaba wurde 1999 in Hangzhou von dem ehemaligen Englischlehrer Jack Ma gegründet und ist im E-Commerce tätig. Ursprünglich war es eine Internet-Plattform, die kleinen Firmen den Zugang zu internationalen Märkten erleichtert. Heute macht dieses Business-to-Business-Portal nur mehr rund acht Prozent des Geschäfts aus. Den Großteil von über 80 Prozent erwirtschaftet Alibaba mit den Retail-Plattformen Taobao und Tmall. Auf Taobao können Privatleute ähnlich wie bei Ebay ihre Produkte feilbieten. Tmall ist ein Vertriebskanal internationaler Marken, vergleichbar mit Amazon. Außerdem betreibt das Unternehmen mit Alipay ein Bezahlsystem, das gern mit Paypal verglichen wird. 2014 ging Alibaba an die New Yorker Börse und erlöste mit dem Verkauf seiner Aktien 25 Milliarden Dollar. Großaktionäre sind Yahoo und Softbank.

Tencent ist ein Privatunternehmen, das Internet-, Medien-, E-Commerce- und verwandte Geschäfte betreibt. QQ IM heißt sein interaktiver Nachrichtendienst, der eine der größten Social-Media-Gemeinschaften der Welt geschaffen hat. Schon 2010 hatte er fast 700 Millionen Nutzer. Tencent stellt auch digitale Spiele her und vertreibt in China Musik internationaler Unternehmen wie Sony oder Warner Bros.

Wanda ist ein Immobiliengigant und wurde 1988 in Dalian im Nordosten Chinas gegründet. Das Unternehmen ist außerdem im Bereich Tourismus, im E-Commerce und im Bereich Kaufhäuser tätig. Der Konzern betreibt 125 sogenannte Wanda Plazas in ganz China, das sind eigene Quartiere mit Einkaufszentrum, Einkaufsstraßen, Büros und Wohnungen. Außerdem gehören Wanda 81 Hotels, darunter 68 Fünf-Sterne-Häuser und 99 Kaufhäuser. Wanda ist aber auch mit 6600 Kinos weltweit größter Betreiber, zu dem Wanda Cinemas, AMC Entertainment und die Hoyts Group gehören. Und Wanda will weiter wachsen. Vorstandschef Wang Jianlin möchte Wanda zu einer weltbekannten Marke wie Google, IBM oder Walmart machen.

Huawei ist ein Gigant in der Telekommunikationstechnik. Dank seiner Mobilgeräte gewinnt das Unternehmen bei Konsumenten weltweit an Bekanntheit. Huawei baut aber vor allem Telekommunikationsnetzwerke, liefert die dafür nötige Ausrüstung und Beratung. Das Unternehmen betreibt Forschung und Entwicklung in China, Nordamerika, Westeuropa, Russland und Indien. Huawei wurde 1987 von einem ehemaligen Militäringenieur als Privatunternehmen gegründet. Wem genau welche Anteile gehören, bleibt allerdings intransparent, und westliche Medien verdächtigen Huawei immer wieder der Spionage. Das Unternehmen bestreitet solche Vorwürfe.

(E+Z/D+C)

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