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KfW

Pionier in schwierigen Märkten

von Katja Dombrowski

In Kürze

Der erste Jahrgang freut sich auf den Start.

Der erste Jahrgang freut sich auf den Start.

Sie lernen, wie Gipsplatten fachmännisch verbaut werden, wie man im Trockenbau Fenster und Türen einbaut oder wie guter Schall- und Brandschutz erreicht wird: Tischler, Maler, Architekten und auch Jugendliche ohne Ausbildung werden seit April im Ausbildungszentrum der Firma Knauf in der ghanaischen Hauptstadt Accra geschult. Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer KfW-Beilage im Druckheft von E+Z/D+C.

Die Kurse dauern zwischen einem Tag und zwei Wochen, insgesamt gibt es rund 800 Plätze pro Jahr. „Der Bausektor in Ghana boomt, gleichzeitig ist der Fachkräftemangel groß“, erklärt Daniel Thomann, Fachkoordinator für das develoPPP.de-Programm bei der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft. „Das kommt dem Projekt sehr entgegen.“

Das im Februar eröffnete Zentrum ist Teil einer groß angelegten Ausbildungsoffensive von Knauf, einem international tätigen Baustoffhersteller mit Sitz in Deutschland, der DEG und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt sind in der aktuellen Projektphase neun Trockenbauschulungszentren in sechs afrikanischen Ländern und dem Irak geplant. Im Juni 2018 startete das Zentrum in Tansania, Ghana ist das zweite und im Oktober kommt ein Zentrum in Erbil hinzu. Knauf finanziert das Projekt mit 2,8 Millionen Euro, die DEG steuert weitere 2,3 Millionen Euro aus Mitteln des develoPPP-Programms des BMZ bei. In späteren Projektphasen sollen Schulungszentren in weiteren afrikanischen Ländern, im Nahen Osten und Asien gebaut werden.

„Knauf hat bereits langjährige Erfahrung mit derartigen Ausbildungszentren, zum Beispiel in Tunesien und Algerien“, sagt Thomann. „Sie laufen sehr gut – die Firma hat das Schulungsverfahren stark professionalisiert.“ Die Absolventen hätten gute Chancen, einen Job zu finden oder, wenn sie vorher schon im Bausektor tätig waren, einen besseren als vorher. Viele machten sich auch selbstständig. Das hätten Evaluierungen in Tunesien ergeben. „Wir wollen auch in den neuen Zentren systematisch erheben, was aus den Leuten wird“, kündigt Thomann an.

Insgesamt ist es das Ziel, mit dem Projekt mindestens 2.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Bei 12.000 Menschen, die innerhalb von drei Jahren qualifiziert werden sollen, sei das konservativ geschätzt, sagt Thomann. Trockenbau sei zwar in Afrika noch die Ausnahme – vorherrschend sei die Ziegelbauweise –, aber er habe Vorteile, die auch dort zunehmend wichtiger würden. So benötige Trockenbau weniger Energie und Wasser, die Häuser würden schneller fertig und könnten individueller gestaltet werden.

Für Knauf liegt der Vorteil vor allem darin, seine Produkte bekannter zu machen und sich neue Märkte zu erschließen. Die DEG hat schon mehrere Investitionen des Unterneh-mens begleitet und sieht es als „Pionier in schwierigen Märkten“, wie Thomann sagt. „Knauf ist ein ‚Early Mover‘ und hat eine Sogwirkung für andere deutsche Unternehmen.“ Der DEG sei es wichtig, mehr als nur Finanzierung zu bieten: Ihre Unterstützung gebe Knauf in Ghana und anderen Ländern mehr Sicherheit und öffne neue Vertriebskanäle.
 

Link
KfW, 2019: Afrika – Kontinent der Chancen.
https://www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Download-Center/PDF-Dokumente-Medienkooperation-mit-E-Z/2019_10_Afrika_D.pdf

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