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Nachrichten

Kurzmeldungen

von Wolf Dagmar

In Kürze

Nachrichten zur umstrittenen Präsidentenwahl in Afghanistan und zum Schuldendilemma in Argentinien.

Umstrittene Wahl in Afghanistan

Die Ergebnisse der zweiten Runde der afghanischen Präsidentenwahlen waren zu Redaktionsschluss Anfang Juli noch nicht veröffentlicht – sie waren aber bereits Streitthema. Abdullah Abdullah warf der Wahlkommission vor, massenhaft Stimmen zu seinen Gunsten zu unterdrücken. Seine politischen Vorstellungen weichen von denen seines Gegenkandidaten Ashraf Ghani nicht stark ab (siehe E+Z/D+C 2014/06, S. 258 f.), der Wahlkampf war aber dennoch heftig. Nach Redaktionsschluss wurde dann bekannt gegeben, dass Ghani vorläufigen Auszählungen zufolge deutlich vorne liege, Beschwereden aber noch nach gegagengen werde. (dem)

 

Neue Schuldenprobleme in Argentinien

Argentiniens Regierung steckte zu Redaktionsschluss von E+Z/D+C in einem schrecklichen Dilemma. Die Ursache war ein New Yorker Gerichtsurteil, demzu­folge das Land umgeschuldete Bonds nur bedienen darf, wenn es nicht zugleich auch in voller Höhe die Schuldscheine bedient, deren Eigner nach der Finanz­krise zur Jahrtausendwende der Umschuldung nicht zustimmten.

Bisher lehnte es Präsidentin Cristina Fernándes de Kirchner strikt ab, Institutionen, die sie „Geierfonds“ nennt, Geld zu zahlen. Diese Fonds kauften in der Krise argentinische Staatsschulden zu Niedrigkursen in der Hoffnung, diese eines Tages zum Nennwert einfordern zu können. 90 Prozent der Bond­eigner stimmten dagegen der Umschuldung zu, bei der sie auf rund 70 Prozent des Nennwertes verzichteten. Wenn Argentinien nun bis Ende Juli die Geierfonds nicht bezahlt, gilt der Staat nach US-Recht als zahlungsunfähig. Die Folge wären eine Wirtschaftskrise und erschwerter Zugang zu internationalen Finanzmärkten. Die Alternative ist aber ebenfalls unattraktiv: Argentinien müsste die Spekulanten bedienen oder zumindest ein Abkommen mit ihnen schließen, nachdem die US-Justiz deren Verhandlungsmacht gerade gestärkt hat.

Aus Sicht der Londoner Finan­cial Times belegt diese Krise „den dringenden Bedarf an einem besseren Umschuldungsverfahren für Staatsanleihen“. Die Probleme Argentiniens hätten nämlich auch Konsequenzen für den Zugang anderer Länder zu Kapitalmärkten. (dem)