Entwicklung und
Zusammenarbeit

Urbane Mobilität

Äthiopiens vielversprechende Zukunft zu Fuß und per Rad

Addis Abeba ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich eine Stadt verändern kann, wenn Zu-Fuß-Gehen und Radfahren ernst genommen werden. In den vergangenen Jahren hat die äthiopische Hauptstadt im Rahmen ihrer umfassenden städtischen Umgestaltung massiv in den nicht motorisierten Verkehr investiert.
Straßenbild in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Brian Inganga
Straßenbild in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba.

Im Rahmen des City Corridor Development Project etwa wurden zwischen 2022 und 2024 Dutzende Kilometer neuer Fuß- und Radwege gebaut. Für die Einwohner*innen entstanden so sicherere und bequemere Optionen, ihre alltäglichen Wege zurückzulegen. 

Die Initiativen bauen auf der Addis Ababa Non-Motorised Transport Strategy (2019–2028), dem Addis Ababa Cycle Network Plan (2023–2032) und der Ethiopia Non-Motorised Transport Strategy (2020–2029) auf. Sie skizzieren einen schrittweisen Weg hin zu einem sichereren, besser verknüpften Fuß- und Radwegenetz. Das Ziel: Gehen und Radfahren zu echten Alternativen zum Autoverkehr zu machen, besonders für Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderungen.

Addis Abeba hat kürzlich seinen dritten Non-Motorised Transport Implementation Plan (2025–2028) entwickelt. Der Schritt reiht sich ein in die Bemühungen, die Bedingungen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu verbessern. Auf nationaler Ebene unterstützt Äthiopien dieses Engagement mit politischen Maßnahmen für nicht motorisierten Verkehr und einem Handbuch zur Gestaltung städtischer Straßen, das landesweit als Leitfaden dient.

In vielen Teilen Äthiopiens ist unklar, wie Elektromobilität umgesetzt werden soll.

Kombination verschiedener Maßnahmen

Was Äthiopiens Ansatz so besonders macht, ist die Art, wie er verschiedene Elemente miteinander kombiniert: Starke lokale und nationale Rahmenkonzepte werden durch konsistente politische Unterstützung getragen. Jenseits politischer Absichtserklärungen handelt es sich um konkrete Pläne zur Implementierung und technische Instrumente – wie das Handbuch zur Straßengestaltung – die für eine hochwertige Umsetzung sorgen. Die Initiative wird flankiert durch Öffentlichkeitsarbeit, wie regelmäßige autofreie Tage, und eine effektive Koordination zwischen Partnern und Geldgebern.

In Summe haben diese Ansätze eine sicherere, integrativere und nachhaltigere Mobilität in Gang gebracht. Addis Abeba und Äthiopien zeigen, wie eine Stadt und ein Land zusammenarbeiten können, um Gehen und Radfahren ins Zentrum des urbanen Lebens zu rücken. Zugleich zeigen Erfahrungen aus vielen Städten weltweit, dass Veränderungen im Straßenraum disruptiv sein können, wenn die Menschen vor Ort nicht sinnvoll einbezogen werden. Es braucht frühzeitige Einbindung, klare Kommunikation und Sensibilität für ihre Bedürfnisse, um die Gunst der Öffentlichkeit zu gewinnen und sicherzustellen, dass die Veränderungen allen zugutekommen.

Links

Addis Ababa Cycle Network Plan 2023-2032

Ethiopia Non-Motorised Transport Strategy 2020-2029

Addis Ababa Non-Motorised Transport Strategy 2019–2028

Stefanie Holzwarth ist Programme Management Officer für urbane Mobilität in der Urban Basic Services Section bei UN-Habitat. Sie unterstützt nationale Regierungen und Stadtverwaltungen weltweit bei der Gestaltung nachhaltiger Mobilitätskonzepte, die Städte integrativer, widerstandsfähiger und menschenzentrierter machen.
stefanie.holzwarth@un.org 

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