Gender

Frauen wollen Karriere machen

Offiziell ist die Arbeitslosenquote in Ägypten in diesem Jahr auf 13,2 Prozent gestiegen. Tatsächlich ist die Lage jedoch weit drastischer, denn wer informell arbeitet, um über die Runden zu kommen, gilt nicht als arbeitslos. Viele junge Menschen verschieben ihre Hochzeit, weil sie kein ausreichendes Einkommen haben.

hat zuletzt im Winter 2016/2017 als Journalistin aus Kairo zu E+Z/D+C beigetragen. Sie ist auf Menschenrechtsthemen spezialisiert.
 

Junge Revolutionäre im Jahr 2011. Mohamed Omar/picture-alliance/dpa Junge Revolutionäre im Jahr 2011.

Fatima Abdallah, eine junge Frau aus Alexandria, die im öffentlichen Dienst arbeitet, sagt: „Es ist nicht einfach, einen Job zu bekommen – und gezahlt wird nur der Mindestlohn. In dieser Situation ist es schwierig, eine Familie zu gründen.“ Sie erzählt, dass viele ihrer Bekannten Jobsorgen haben und ihre Hochzeit verschieben. Mariam Abdelaziz aus Kairo stimmt zu: „Angesichts der Wirtschaftskrise ist es derzeit zweifellos eine der härtesten Entscheidungen, zu heiraten.“

Zudem sind viele junge Frauen, die einen Job haben, nicht bereit, diesen aufzugeben. Sie wollen weiter arbeiten und Geld verdienen. Noor Mohamad zum Beispiel sagt, dass sie bei dem privatwirtschaftlichen Unternehmen bliebe, bei dem sie angestellt ist, selbst wenn sie einen Millionär heiraten würde. „Die traditionelle Familie, wo die Frauen zu Hause bleiben, passt nicht mehr zu der sozialen und wirtschaftlichen Realität“, betont sie. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise schätzt sie ihre finanzielle Unabhängigkeit mehr denn je.

Auch für Ayshe Hassan steht der Job an erster Stelle: „Ich bin eine unabhängige Frau, die ihre Arbeit liebt“. Allerdings lasse sich in der Tourismusbranche, in der sie arbeitet, immer schlechter Karriere machen.

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