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Oxfam-Studie

Tiefgreifende Veränderungen im Wirtschaftssystem sind nötig

von Sabine Balk

In Kürze

Das jetzige Wirtschaftssystem fördere Ungleichheit, kritisiert Oxfam: Näherin in einer Fabrik in Bangladesch.

Das jetzige Wirtschaftssystem fördere Ungleichheit, kritisiert Oxfam: Näherin in einer Fabrik in Bangladesch.

Laut einer aktuellen Oxfam-Studie verschärft die Corona-Pandemie weltweit die Ungleichheit.

Bereits neun Monate nach Ausbruch hatten demzufolge die 1000 reichsten Milliardäre Vermögensrückschläge ausgeglichen und waren wieder so reich wie vor der Pandemie. Die ärmsten Menschen hingegen könnten länger als ein Jahrzehnt brauchen, um die Auswirkungen der Krise zu überwinden. Oxfam erwartet, dass zudem die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sowie zwischen weißen, schwarzen und indigenen Menschen zunehmen wird.

Im Globalen Süden hat die Corona-Krise laut Oxfam zu einem Anstieg des Hungers geführt. Schätzungen zufolge starben bis Ende 2020 jeden Tag mindestens 6000 Menschen an Hunger, der durch die Folgen der Krise hervorgerufen wurde. Die in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Erfolge bei der Verringerung von Armut drohen zunichtegemacht zu werden (siehe Belay Begashaw im Covid-19-Tagebuch im E+Z/D+C e-Paper 2020/07).

Als besonders alarmierend erachten die Autoren, dass zwei Drittel von fast 300 von Oxfam befragten internationalen Ökonomen meinen, ihre Regierung habe keine Strategie zur Bekämpfung der Ungleichheit. Oxfam wendet sich gegen marktradikale Konzepte, die Gewinnmaximierung und patriarchale Strukturen förderten. Die Studie fordert tiefgreifende Veränderungen, um die Zukunft sozial und ökologisch gerecht zu gestalten. Alle Menschen müssten Zugang zu öffentlichen Bildungs-, Gesundheits- und Sicherungssystemen haben, zu deren Finanzierung Konzerne und Superreiche ihren fairen Anteil beitragen müssten.

Oxfam plädiert des Weiteren, Unternehmen zu demokratisieren und auf das Gemeinwohl auszurichten. Manager müssten die Interessen aller Betroffenen berücksichtigen, und Gewinnausschüttungen müssten begrenzt werden. Nötig seien zudem effektives und dem Gemeinwohl verpflichtetes Kartellrecht. Sektorspezifische Regulierungen sollten zudem gerechte Gewinnverteilung in Lieferketten sicherstellen. Übermächtige Konzerne müssten entflochten werden.


Link

Oxfam, 2021: The inequality virus.
https://oxfamilibrary.openrepository.com/bitstream/handle/10546/621149/bp-the-inequality-virus-250121-en.pdf

Deutsche Zusammenfassung:
https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_factsheet_ungleichheitsvirus_deutsch.pdf

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