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Tourismus

Urlaub im eigenen Land

von Derrick Silimina

Heutzutage

Die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen haben den weltweiten Tourismussektor in eine tiefe Krise gestürzt. Sambia bildet da keine Ausnahme.

Seit März 2020, seitdem die Reisebeschränkungen in Kraft sind, sind die internationalen Ankünfte in Sambia praktisch auf null geschrumpft. Viele einheimische Reiseveranstalter, Hotel- und Restaurantbesitzer, Kongress- und Festivalorganisatoren sowie Sponsoren von Sportveranstaltungen stehen vor extrem schwierigen Zeiten.

Um einen Teil ihrer Einnahmen zu ersetzen, die durch die Abwesenheit internationaler Besucher verlorengehen, konzentriert sich die Branche auf den Aufbau eines inländischen Tourismusmarktes. Im Oktober 2020 fand in der Maramba River Lodge, vier Kilometer von den Victoriafällen entfernt, die erste sambische Tourismuskonferenz aller Zeiten statt.

An der Veranstaltung im Süden Sambias nahmen über 150 Reiseveranstalter und andere Branchenmitglieder teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Einheimische ermutigt werden können, innerhalb ihres eigenen Landes zu reisen. „Es ist sehr wichtig, dass wir uns hier treffen und einen Plan zur Förderung des Inlandstourismus entwickeln,“ sagte Eugene Mapuwo, der Bürgermeister von Livingstone, der Stadt, die als Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Victoriafällen dient.

„Wir müssen Online-Marketingstrategien entwickeln, wenn wir wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte die Managerin der Shamba Lodge in Kitwe im nördlich-zentralen Sambia, Simone Layton. „Die meisten Branchenmitglieder waren nicht auf die verheerenden Folgen der Pandemie auf ihr Geschäft vorbereitet.“

Die Zambia Tourism Agency, eine Regierungsbehörde, stellt Reisepakete zusammen, die auf Reisen im Inland zugeschnitten sind, sagte Marketingdirektor Mwabashike Nkulukusa. „Es muss ein Gesamtpaket sein, das Preise, Angebote und Werbung einschließt.“ Einige Delegierte standen dieser Strategie skeptisch gegenüber und wiesen darauf hin, dass die Bevölkerung Sambias über zu wenig Einkommen für Reisen verfüge.

Andere Branchenmitglieder fordern, dass die Regierung die Steuern senken soll. Sie müssten 10 bis 15 Prozent Lohnsteuer für ihr Personal zahlen, zuzüglich 16 Prozent Mehrwertsteuer und einer Tourismusabgabe von 1,5 Prozent. Diese Abgaben erhöhten ihre Geschäftskosten und verteuerten die Reisen, sagen sie.

Bisher hat die Regierung ein wenig geholfen, indem sie den Reiseveranstaltern und Hoteliers mehr Zeit für die Zahlung von Einkommens- und Mehrwertsteuern einräumt. Außerdem wird der Inlandstourismus nun öffentlich gefördert. „Ich ermutige alle Bürger, die Tourismusbranche zu unterstützen und gleichzeitig die Gesundheitsrichtlinien von Covid-19 einzuhalten“, sagte Finanzminister Bwalya Ng'andu.

Tatsächlich hat Sambia Touristen viel zu bieten, egal woher sie kommen. Abgesehen von den berühmten Victoriafällen gibt es noch andere beeindruckende Wasserfälle und den mächtigen Sambesi-Fluss. Mehrere Nationalparks und Wildreservate bieten die Möglichkeit, Wildtiere zu beobachten, während städtische Gebiete ein Fenster zur vielfältigen Kultur des Landes sind.

Sambias Bemühungen, den Inlandsreiseverkehr anzukurbeln, könnten Tourismusanbietern in anderen Ländern Ideen und bewährte Praktiken liefern. Nach Angaben des Branchenverbands World Travel and Tourism Council wird die Tourismusbranche weltweit bis Ende 2020 um bis zu 30 Prozent schrumpfen, und es werden rund 50 Millionen Arbeitsplätze verlorengehen.


Derrick Silimina ist freiberuflicher Journalist in Lusaka, Sambia. Seine Themen sind Landwirtschaft und Nachhaltigkeit.
[email protected]

 

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