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Überlappende Interessen

Umstrittene See

von Yvonne Walter
Vietnam needs more than coastal fishing

Vietnam needs more than coastal fishing

Das Südchinesische Meer ist von großer Bedeutung – nicht zuletzt wegen der Schifffahrtsrouten. Es spielt unter anderem für die Ölversorgung ebenso wie für die Exporte von China und Japan eine zentrale Rolle. Von Yvonne Walter

Die Straße von Malakka, die dieses Meer mit dem Indischen Ozean verbindet, ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Ein Fünftel bis ein Viertel des Welthandels passiert sie. Die zweite wichtige Wasserstraße ist die Formosastraße zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan.

Unter dem Meeresgrund werden zudem enorme Öl- und Erdgasquellen vermutet, wobei die Schätzungen auseinandergehen. Chinesische Fachleute vermuten, dass die ungenutzten Rohölreserven größer als die von Kuwait sind – 17,7 Milliarden Tonnen verglichen mit Kuwaits 13 Milliarden Tonnen. Beijing ist daran gelegen, dass kein anderes Anrainerland des Südchinesischen Meeres auf diese Ressourcen zugreift. Selbstverständlich schielen aber verschiedene südostasiatische Regierungen auf Förderungsmöglichkeiten.

Begehrt sind außerdem die Fischvorkommen. Im Jahr 1988 wurde geschätzt, dass acht Prozent des Weltfischfangs aus dem Südchinesischen Meer stammen. Die Quote ist seither gestiegen. Immer größere Fischerboote führen aber zu Fangrekorden und hindern die Bestände daran, sich vollständig zu regenerieren. China, Vietnam und die Philippinen sind dabei die Hauptakteure. Im Mai fand die Jungfernfahrt des chinesischen Schiffs Hainan Baosha 001 statt. Dieser Riesenfischtanker hat vier Verarbeitungslinien, um den Fang verzehrfertig zu machen. Täglich kann diese schwimmende Nahrungsmittel­fabrik 2100 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte verarbeiten.

Auf Dauer wird das aber nicht möglich sein. An den Küsten des Südchinesischen Meers sind die Korallenriffe bereits überfischt – und die Fischvorkommen schwinden auch weiter draußen. Als besonders wichtiges Fanggebiet gilt mittlerweile die Gegend um die Spratly-Inseln. Das hat unmittelbare Konsequenzen für traditionelle Fischer mit kleinen Booten, die nicht so weit hinausfahren können. Die Erträge ihrer Wirtschaftsweise leiden – und folglich auch die Ernährungssicherheit an Küsten.

Die rücksichtslose Ausbeutung der See bedroht derweil auch Ökosysteme und Artenvielfalt. Übergroße Schiffe zerstören Korallenriffe, die einzigartige Lebensräume bieten. Das Ausmaß der Schäden ist aber nicht klar, denn die biologische Vielfalt der Meere ist noch kaum erforscht. 2009 wurden beispielsweise 66 Fischarten entdeckt. Vermutlich gibt es noch viele unbekannte Arten.

Forscher der Universität von Miami und der wissenschaftlichen Nationalakademie von Taiwan engagieren sich dafür, das Gebiet der Spratly-Inseln als maritimen Peace Park zu etablieren, um die Erholung der Region zu ermöglichen. Dies kann nur dann geschehen, wenn sämtliche Forderungen der umliegenden Länder eingestellt werden.

Yvonne Walter