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Tourismus

Für Sri Lankas Tourismus war 2018 das Rekordjahr

Das Coronavirus hat dem Gastgewerbe weltweit zugesetzt. In Sri Lanka haben andere Faktoren seine verheerenden Auswirkungen aber noch verstärkt.
Demonstrierende im Präsidentenpalast von Sri Lanka im Juli 2022. picture-alliance/ASSOCIATED PRESS/Rafiq Maqbool Demonstrierende im Präsidentenpalast von Sri Lanka im Juli 2022.

Am Ostersonntag 2019 explodierten Bomben in drei Hotels und drei Kirchen auf Sri Lanka. Die islamistischen Terroranschläge töteten 260 Menschen. Das Land sah sich aus einer zehnjährigen Periode relativen Friedens seit dem Ende des Bürgerkriegs zwischen den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und den Regierungstruppen herausgerissen. In Folge der Bombenanschläge gingen die Besucherzahlen nach ihrem Höchststand von 2018 deutlich zurück.

Covid-19 verschlechterte die Lage weiter. 2021 sank die Zahl der ausländischen Besucher*innen um 92 Prozent auf nur noch 200  000. Hotels und Ferienanlagen stellten ihren Betrieb ein, und Tausende von Beschäftigten wurden arbeitslos. Auch die Belegschaften in kleineren Betrieben, wie Souvenirläden oder kleinen Gaststätten, waren betroffen. Einige Hotels in der Nähe des internationalen Flughafens von Colombo wurden zu Quarantänestationen für internationale Reisende umfunktioniert.

Staatsverschuldung

Verschärfend kam hinzu, dass die Regierung ihre Schulden nicht mehr bedienen konnte, in Zahlungsverzug geriet und so das Land 2022 in eine traumatische Finanzkrise stürzte. Ein Grund waren die rückläufigen Deviseneinnahmen, wozu der Einbruch des Fremdenverkehrs beigetragen hatte. Devisenmangel führte dann dazu, dass die Einfuhr lebenswichtiger Güter wie Lebensmittel und Treibstoff unmöglich wurde. Die Bevölkerung Sri Lankas gewöhnte sich daran, stundenlang – und allzu oft vergeblich – für solche Waren anzustehen.

Die Staatspleite zeigte, dass die Regierung zu viele Kredite aufgenommen und das Geld schlecht angelegt hatte. Das kostete den Rajapaksa-Clan, der das politische System viele Jahre lang beherrscht hatte, die Macht. Präsident Gotabaya Rajapaksa floh vor Massenprotesten ins Ausland. Das Parlament wählte den ehemaligen Premierminister Ranil Wickremesinghe zu seinem Nachfolger. Zur Stabilisierung brauchte er die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Rettungsaktion involvierte aber eine harte Reformagenda. Zum Glück erwies sie sich als Wendepunkt.

Schon die Tatsache, dass der IWF Sri Lanka frisches Geld zur Verfügung stellen wollte, wirkte beruhigend. Die Tourist*innen kehrten allmählich wieder in das Land zurück. Aus Sicht der Hotels Association of Sri Lanka (THASL) war es der erste Schritt zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität, als der Präsident die Zusage des IWF bekam. M. Shanthikumar vom Hotelverband sagte damals: „Die Nachricht von der IWF-Förderung wird die Wahrnehmung, die durch die intensive Berichterstattung in- und ausländischer Medien während der Krise entstanden ist und die sich auf die Erholung des Tourismus nach der Pandemie ausgewirkt hat, weitgehend widerlegen.“ So kam es dann auch.

Arjuna Ranawana ist Journalist aus Sri Lanka.
arjuna.ranawana@outlook.com