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Gesellschaftliches Leben

Idas Geschichte

von Edith Koesoemawiria

In Kürze

Viele Indonesier glauben, eine Frau können nicht allein zurechtkommen.

Viele Indonesier glauben, eine Frau können nicht allein zurechtkommen.

Für ihre Scheidung zahlen indonesische Frauen einen hohen Preis. Sie werden of vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, und der Druck erneut zu heiraten ist groß.

„O je, dieser reiche alte Mann will das Mädchen heiraten, wenn er die Schulden ihrer Familie bezahlt“, sagt Ida, während sie mit Freundinnen eine beliebte Seifenoper im Fernsehen anschaut. Es stellt sich heraus, dass der Mann tatsächlich um die Hand des Mädchens anhält – aber für seinen Enkel, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Auf der Suche nach einer passenden Frau für seinen Enkel wurde der Großvater im College auf das Mädchen aufmerksam, das an einem Essensstand einer älteren Verkäuferin half. Er erfuhr, dass die Frau die Großmutter des Mädchens ist, die ihr verwaistes Enkelkind allein großzog und auf einen Kreditbetrüger hereinfiel. Erleichtert seufzen die Zuschauerinnen auf, als am Ende alles gut ausgeht. Ida betont dann, sie habe sich ihren zweiten Ehemann selbst ausgesucht.

Ida arbeitet als Köchin und bekam mit ihrem ersten Ehemann zwei Kinder. Ihr drittes Kind stammt von ihrem zweiten Ehemann. Ida wollte die Scheidung, weil sie für ihre weit verzweigte Familie allein sorgte, obwohl sie bei der Familie ihres Mannes lebte. Manchmal half ihre Schwiegermutter ihr, aber ihr erster Mann unterstützte sie weder finanziell noch bei der Kindererziehung. Außerdem hatte er sich eine zweite Ehefrau genommen.

Idas erste Ehe war arrangiert worden – damals war sie 14 Jahre alt. Als ihr erstes Kind zwölf Jahre alt war, wollte sie es auf eine weiterführende Schule schicken, aber das wäre nur gegangen, wenn sie von dem Geld, das die Sippe beanspruchte, etwas hätte zur Seite legen können. Sie fragte ihre Chefin, ob sie mit ihren Kindern bei ihr wohnen könne, und zog bei der Familie ihres Mannes aus. Nach dreijährigem Trennungskrieg willigte ihr Mann in die Scheidung ein und meldete dies bei der örtlichen muslimischen Gemeinde. Einige Jahre später heiratete Ida den Mann ihrer Wahl.

Im Haus ihrer Chefin zu leben, brachte Ida sowohl von der Schwiegerfamilie als auch ihrer eigenen den Vorwurf ein, eine schlechte Ehefrau zu sein, die eine Affäre habe. Sie überzeugte ihren Vater, aus dem Dorf zu ihr zu kommen, um ihm ihre Sicht zu erklären. Ihre Arbeitgeberin, eine angesehene ältere Dame, verbürgte sich sogar für sie.

Dennoch wurde Ida lange Zeit ausgegrenzt. Sie besuchte ihre Eltern nicht mehr und knüpfte keine Kontakte in ihrer Nachbarschaft. Ihren ersten Besuch im Heimatdorf prägte die Frage, wann sie wieder heiraten würde. Ihr Vater und ihr Bruder organisierten Treffen mit heiratswilligen Männern, weil sie meinen, Ida könne allein nicht zurechtkommen. Ida bewies ihnen das Gegenteil.

Sie kehrte nur in ihr Dorf zurück, wenn ein Elternteil krank war. Bei solch einer Reise lernte sie dann ihren jetzigen Ehemann kennen. Er ist ein Tagelöhner, der inzwischen auf einer anderen Insel arbeitet.

 

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