Entwicklung und
Zusammenarbeit

Landwirtschaft

Ungenutzte Chancen

Der Handel mit hochwertigen Agrarprodukten, die keine Grundnahrungsmittel sind, kann mittelbar der ­Ernährungssicherheit armer Bauern dienen. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax fordert stimmige ­Regeln. Von Yvonne Walter
Peruvian Mangos on sale at a German supermarket. Movementway/imagebroker/Lineair
Peruvian Mangos on sale at a German supermarket.

Früchte, egal ob im Roh- oder verarbeiteten Zustand, haben ein positives Image. Deutschland führt neben Frischobst, das nicht in Deutschland angebaut werden kann, auch heimische Obstsorten aus dem Ausland ein. Ein Etikett muss das Herkunftsland auszeichnen. Anders sind die Bestimmungen für verarbeitete Früchte – da kommt es auf das Land an, wo die Endproduktion ­stattfindet. Apfelsaft ist deutsch, wenn chinesisches Fruchtkonzentrat hierzu­lande zum fertigen Getränk verdünnt wird. Entsprechend ist laut EU-Recht ein in den Niederlanden hergestellter Fruchtaufstrich mit verschiedenen Obstsorten aus den Philippinen zu 100 Prozent euro­päisch. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax fordert diesbezüglich mehr Transparenz.

Die Kommission beanstandet zudem die Inkongruenz von Agrar- und Entwicklungspolitik. Diese äußere sich unter anderem darin, dass europäische Behörden bei Importgütern gar nicht auf Nachhaltigkeit der Produktionsverfahren achteten. Justitia et Pax setzt fehlende Öko- und Sozialstandards mit Ausbeutung, Hunger und Armut gleich.
 
Die katholische Organisation hat eine Broschüre zusammengestellt, um einen breiten Fachdialog über den Handel mit Südfrüchten anzuregen. Das sei nötig, um sinnvolle Regeln zu schaffen. Wichtig sei eine breite Beteiligung aller betroffenen Akteure mit besonderer Berücksichtigung der Exportländer. (yw)

Link:
Justitia et Pax: „Süße Früchte – gut für alle?“
http://www.justitia-et-pax.de > Publikationen > Entwicklungspolitik > Publikationen im Sachbereich ­Entwicklungspolitik > „Süße Früchte – gut für alle?“

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