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Außergerichtliche Hinrichtungen

Tödliche Folgen unrechtmäßiger Polizeigewalt

von Alan C. Robles

Meinung

Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren bereits seit Längerem die massive Polizeigewalt auf den Philippinen. Präsident Rodrigo Duterte hat seinen Sicherheitskräften den Kampf gegen Drogenkriminelle verordnet. Dabei sterben unschuldige Menschen. Unser Korrespondent Alan C. Robles bringt seine Wut über die unrechtmäßige Polizeigewalt zum Ausdruck.

Ich habe dieses Bild auf Facebook gefunden und auf Twitter geteilt. Dort wurde es stark weiterverbreitet: Es erhielt innerhalb nur eines Tages 18 000 Likes und wurde 12 000 Mal geteilt. Hier ist eine Übersetzung:

LAUT DER POLIZEI: „Als er uns gesehen hat, ist er losgerannt. Er hat auf uns geschossen, sodass wir zurückschießen mussten. Wir haben ihn getroffen und getötet. Wir haben zwei Päckchen Drogen bei ihm gefunden.“

LAUT DER FAMILIE: „Wir haben ihn gut erzogen, er war ein guter Schüler, er wollte Polizist werden. Und sie haben ihn einfach umgebracht. Wir werden für unseren Sohn kämpfen, auch wenn wir wissen, dass wir verlieren werden.“

LAUT EINER ÜBERWACHUNSKAMERA: „Kian ist von zwei Polizisten festgehalten worden, eine Jacke war über ihn geworfen worden. Er wurde in eine Nebenstraße gezogen. Ein dritter Polizist folgte.“

LAUT EINEM ZEUGEN: „Kian fragte (den Polizisten), was soll ich mit dieser Pistole machen? Der Polizist sagte, nimm sie, schieß ab. Renn! Kian rannte schreiend los. Der Polizist schoss ihn nieder.“

Vor einigen Tagen wurde ein 23-Jähriger, der unter einer Form von Autismus litt, von einem Motorradfahrer niedergeschossen. Vor einigen Monaten zwangen Bewaffnete einen Jugendlichen mit Klumpfüßen niederzuknien und erschossen ihn.

Und was sagt Duterte? Er ist begeistert über die vielen Toten; er will, dass jeden Tag mindestens 32 Menschen ermordet werden. Er sagt, er will mindestens 4 Millionen Tote sehen. Ich weiß nicht, wie lange das noch so gehen soll, aber der jüngste Mord scheint eine Gegenreaktion provoziert zu haben. Allerdings hält das die Duterte-Trolle und Fanatiker nicht vom Jubeln ab.

Das ist der Grund dafür, dass ich im Moment ständig wütend bin. Ich habe tonnenweise Material über Diktaturen gelesen – vor allem Hitlers – und sogar selbst das Marcos-Regime erlebt. Aber zu sehen, wie intelligente Menschen (darunter einige meiner Freunde) Massenmorde gutheißen und Fakenews verbreiten, ist eine persönliche Erfahrung neuer Art.


Alan C. Robles ist Journalist und lebt in Manila.
[email protected]

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