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Erneuerbare Energien

Ländliche Stromnetze verbessern

von Do Thi Bich Ngoc

Hintergrund

Fast alle vietnamesischen Dörfer haben Strom, aber die Versorgung ist nicht zuverlässig.

Fast alle vietnamesischen Dörfer haben Strom, aber die Versorgung ist nicht zuverlässig.

2010 hat Vietnam seine National Green Growth Strategie (GGS) entwickelt. Darin sind Oberziele formuliert sowie Vorhaben, die bis 2015 bevorzugt umgesetzt werden sollen. Die Strategie beinhaltet auch Ziele bis 2025 und Visionen für 2100: grünes Wachstum und CO2-arme Wirtschaft. Vietnams Regierung will die Emissionen des Energiesektors bis 2010 um 10 bis 20 Prozent im Vergleich zum Jetztstand reduzieren und bis 2030 um 20 bis 30 Prozent. Hauptziele sind der Klimaschutz und die Förderung des sozialen und ökonomischen Fortschritts.

In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, die ländlichen Stromnetze zu modernisieren. Dörfer brauchen Strom, um sich zu entwickeln. Es ist eine große Errungenschaft, dass fast 97 Prozent der ländlichen Haushalte an das Netz angeschlossen sind – 1972 waren das nur 2,5 Prozent. Dennoch ist die Stromversorgung vielerorts noch unzuverlässig. Die Stromanbieter müssen effizienter und nachhaltiger werden –­ und die Betriebsführung verlässlicher.

Von 9000 ans Stromnetz angeschlossenen Dörfern werden derzeit 5000 von lokalen Versorgern beliefert. Viele von ihnen arbeiten nicht zufriedenstellend. Diese Anbieter soll der staatliche Stromversorger Electricity of Vietnam (EVN) übernehmen. Diese Entscheidung wurde 2008 im National Target Programme to Respond Climate Change festgelegt, das die GGS ergänzt.

Das ländliche Stromnetz zu verbessern, ist eine große Aufgabe mit drei Hauptaspekten:

  • Die existierende Struktur wurde vor 20 bis 30 Jahren gebaut und ist jetzt vielerorts veraltet. Lokale Stromnetze sind oft schlecht konzipiert, sodass Energie verloren geht. Die Qualität des Niederspannungsnetzes ist meist unzureichend, und viele Sicherheitsvorschriften werden missachtet. Laut EVN beträgt der durchschnittliche Energieverlust auf dem Land 20 Prozent. In manchen Regionen macht er bis zu 40 bis 50 Prozent aus. Diese Ineffizienz zu beheben, kostet viel Geld.  
  • Die Infrastruktur zu verbessern ist teuer und bedarf der Finanzierung. EVN schätzt, dass ein umfassendes Programm zur Verbesserung der ländlichen Stromnetze umgerechnet zwei bis drei Milliarden Dollar kostet. Die Nachfrage steigt schnell, also muss auch das Niederspannungsnetz schnell wachsen. Auch das Mittelspannungsnetz muss gestärkt werden. Wegen des niedrigen Strompreises und des ungünstigen Credit Ratings von Vietnam kann EVN kaum Privatinvestoren mobilisieren, sondern hängt vor allem von der Unterstützung durch Geberinstitutionen ab. Die KfW Entwicklungsbank fördert im Auftrag der Bundesregierung die klimafreundliche Modernisierung des ländlichen Stromnetzes in Vietnam. Weitere Partner sind die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die Agence Française de Développement (AFD). All diese Institutionen gewähren langfristige Kredite mit niedrigen Zinsen plus technische Unterstützung. Das reicht aber nicht, um das Stromnetz umfassend zu erneuern.
  • Um das Stromnetz zu betreiben und instand zu halten, wird zusätzliches kompetentes Personal benötigt. Denn die Modernisierung und Erweiterung des ländlichen Stromnetzes brachte Millionen neuer Kunden.

Die Modernisierung des ländlichen Stromnetzes dient einem doppeltem Zweck: Es verbessert das Leben der Bevölkerung und dämmt den Klimawandel ein. Größere Energieeffizienz bedeutet, dass weniger Strom generiert werden muss. Die vietnamesische Regierung will eine CO2-arme Wirtschaft schaffen ohne die Entwicklung zu behindern. Dafür muss Vietnam seine eigene Bemühung verstärken und weiter Unterstützung von internationalen Gebern bekommen.

 

Do Thi Bich Ngoc ist Senior Project Coordinator für den Energiesektor im KfW-Büro Hanoi.
[email protected]