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Armutstargeting

Sechs Hauptmethoden

von James G. Bennett

In Kürze

Die indische Mahatma-Gandhi-Beschäftigungsgarantie für ländliche Gebiete richtet sich an einkommensschwache Haushalte: Frauen, die in Rajasthan zu Mindestlöhnen arbeiten.

Die indische Mahatma-Gandhi-Beschäftigungsgarantie für ländliche Gebiete richtet sich an einkommensschwache Haushalte: Frauen, die in Rajasthan zu Mindestlöhnen arbeiten.

Politische Entscheider, die arme Gemeinschaften erreichen wollen, haben verschiedene Möglichkeiten, diese zu identifizieren. Die Methoden lassen sich in diese sechs wichtigsten Kategorien einteilen:

 

  1. Eine Bedürftigkeitsprüfung (means testing) zielt darauf ab, die Armen auf Basis monetärer Maßeinheiten – meist Einkommen oder Ausgaben – zu identifizieren. Alle Personen oder Haushalte unterhalb einer bestimmten Grenze gelten dann als arm und förderungswürdig.
  2. Proxy-Bedürftigkeitstests (proxy means testing, PMT) legen nichtmonetäre Kriterien an wie Qualität der Wohnung, Art des Kochbrennstoffs im Haushalt oder Bildungsniveau. Diese Kriterien sollten eng mit den verfügbaren monetären Maßeinheiten für Armut korrelieren.
  3. Kategoriales Targeting nutzt nichtmonetäre Maßeinheiten wie Alter, Geschlecht und Behinderung. Diese sind leicht beobachtbar und schwer manipulierbar und werden daher von Politik und Öffentlichkeit eher akzeptiert.
  4. Das geografische Targeting ordnet geographische Gegenden auf Basis einer oder mehrerer Maßeinheiten für Armut ein. Alle Einwohner dieser Gegenden sind potenziell förderungswürdig. Diese Methode wird häufig mit anderen Methoden kombiniert.
  5. Selbst-Targeting bietet spezielle Anreize und/oder Abschreckungen für arme Menschen. Ein typisches Beispiel ist die Schaffung von Jobmöglichkeiten für ungelernte Arbeiter zu Löhnen, die unter dem vorherrschenden Niveau oder sogar dem offiziellen Mindestlohn liegen. Ein anderes Beispiel ist die Subventionierung von minderwertigen Lebensmitteln, die angeblich nur Arme zu konsumieren bereit sind.
  6. Gemeindebasiertes Targeting ermöglicht Gemeindemitgliedern zu beurteilen, wer armutsmindernde Unterstützung erhalten soll. Die Kriterien dafür können Regierungsbehörden oder Gemeinden festlegen.

In der Praxis wählt man meist zwei oder mehr Methoden für die verschiedenen Phasen. Über geografisches Targeting etwa kann man zunächst auf nationaler Ebene relevante Orte auflisten und dann über kategoriales Targeting die geeigneten Personen oder Haushalte auswählen. (jb)

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