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Pandemie

Angst, Besorgnis und Panik

von Frank Masanta Jr.

Heutzutage

Sambias Regierung hat schnell gehandelt, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen. Dennoch ist das geringentwickelte Land schlecht vorbereitet, um mit den Auswirkungen fertig zu werden. Die Massen von armen Menschen können die zweiwöchige Abriegelung, die im März begann, nicht verstehen.

Schon früh stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sambia als eines der 13 afrikanischen Länder ein, in denen das Risiko hoch ist, dass das tödliche Coronavirus eingeschleppt wird. Am 18. März bestätigte Sambia seine ersten Fälle, an denen ein Ehepaar beteiligt war, das nach Frankreich gereist war. Bis zum 6. April war die Zahl der Infizierten auf 39 angestiegen und ein Patient war gestorben. Nach Angaben der Regierung ist die Hauptstadt Lusaka das Epizentrum.

Angst, Besorgnis und Panik breiten sich unter den Bürgern Sambias aus. Die Regierung hat einige Maßnahmen ergriffen, um das Virus einzudämmen. Ein Nothilfefonds wurde eingerichtet, um Ressourcen für Tests und medizinische Maßnahmen bereitzustellen. Auf Distriktebene wurden landesweit Isolationszentren eingerichtet. Die Bürger können ein gebührenfreies Callcenter anrufen. Staatliche Stellen beschaffen Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung wie Handschuhe oder Gesichtsmasken. Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Regierungsbeamte, einschließlich Einwanderungs- und Zollbeamte, erhalten spezielle Schulungen. Sambia ist jedoch ein Land mit geringen Ressourcen. Deshalb ist mit Engpässen und Defiziten bei der Umsetzung der Maßnahmen zu rechnen.

In einer nationalen Ansprache Ende März verkündete Präsident Edgar Lungu die Aussetzung aller internationalen Flüge – mit Ausnahme derjenigen, die auf dem Kenneth Kaunda International Airport in Lusaka landen und abfliegen. Er ordnete an, dass Turnhallen, Bars, Kasinos und Nachtclubs geschlossen werden. Restaurants dürfen nur Essen zum Mitnehmen verkaufen. Zusammenkünfte wurden auf 50 Personen beschränkt. Die Schulen wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Die Menschen haben vor zwei Dingen Angst: krank zu werden und Hunger zu leiden. Die Wirtschaft leidet, und vor allem Menschen, die vom Tageslohn abhängig sind, geraten in verzweifelte Not. Hinzu kommen Missverständnisse, Fehlinformationen und Mythen über Covid-19. Dort, wo ich lebe, glauben einige Leute, dass der Konsum starker alkoholischer Getränke Infektionen vorbeugt. Andere glauben, dass das neuartige Coronavirus als biologische Waffe für den Dritten Weltkrieg geschaffen wurde. Es wäre hilfreich, wenn die Menschen verstehen würden, dass Infektionen meist durch Tröpfchen verursacht werden, die infizierte Menschen beim Husten, Niesen oder Sprechen produzieren. 

Das Coronavirus kann in Sambia zu einem großen Problem werden. Die Wirtschaft ist schwach und ebenso das Gesundheitssystem. Arme Menschen können den Lockdown nicht verstehen. Die staatlichen Mittel zur Abfederung der Auswirkungen auf benachteiligte Gemeinschaften sind begrenzt. Weil sie das wichtigste Fortbewegungsmittel sind, sind öffentliche Verkehrsmittel noch immer in Betrieb, obwohl bekannt ist, dass sich Infektionen dort leicht verbreiten können. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind selbst in den besten Zeiten eine Herausforderung – und jetzt scheint es, dass wir auf das Schlimmste zusteuern.
 

Frank Masanta Jr. ist ein Bildungsaktivist aus Sambia.
[email protected]

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