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Klimakrise

Extreme Hitze gefährdet Gesundheit

von Bimbola Oyesola

Heutzutage

Wetterextreme in Nigeria zwingen die Einheimischen dazu, sich mit der Klimakrise zu befassen. Das Land erlebt eine Hitzewelle, die die Gesundheit gefährdet und das Leben der Nigerianer in vielen Teilen des Landes beeinträchtigt.

Der nigerianische Wetterdienst (NiMET) warnte die Nigerianer in ihrem Klima- und Gesundheitsbericht für April 2022 vor der drohenden Hitze. Die Höchsttemperaturen im April – einem der heißesten Monate – lagen landesweit zwischen 37 und 43 Grad.

NiMET warnte, dass große Hitze zu Folgekrankheiten wie Sonnenstich, Hitzschlag, Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust und Dehydrierung führen kann. Es kann auch zu einem Anstieg von Meningitis- und Malariaerkrankungen kommen. Medizinexperten wiesen darauf hin, dass hohe Temperaturen die Ausbreitung und die Sterblichkeit von Infektionskrankheiten wie Lassafieber, Gelbfieber, Masern, Windpocken, Affenpocken, Cholera und Covid-19 verschlimmern könnten.

Der leitende medizinische Direktor der Ace Medicare Clinic in Ota Wole Kukoyi sagt, dass die extremen Wetterbedingungen auch zu noch schlimmeren Folgen wie Nierenversagen, Schlaganfall, übermäßigen Blutungen und Hautkrebs bei Albinos führen könnten.

Die Situation wird durch die unzuverlässige Stromversorgung in Nigeria noch verschlimmert. Stromausfälle und Netzabschaltungen sind an der Tagesordnung. Infolgedessen können viele Nigerianer keine Klimaanlagen benutzen. Eine alternative Stromversorgung wie mit Diesel und Benzin betriebene, kleine Stromgeneratoren können sich viele Menschen wegen der gestiegenen Preise für Erdölerzeugnisse auch nicht mehr leisten.

Die anhaltende Hitzewelle wirkt sich auch auf die täglichen Geschäfte aus. Comfort Ayila, eine Friseurin in der Stadt Ikeja im Bundesstaat Lagos, hat kaum mehr Arbeit. Ihr Laden, in dem sie normalerweise viele Kunden gleichzeitig betreut, ist jetzt fast leer, weil die Leute die Hitze nicht aushalten.

„So eine Hitze habe ich noch nie erlebt. Es geht von morgens bis abends, und man ist nur am Schwitzen. Alle haben um Regen gebetet, und wenn es nur für eine Stunde ist! Aber selbst wenn es regnet, ist die Hitze in der nächsten Minute wieder da“, klagt sie.

Die Lebensgewohnheiten müssen an die extreme Hitze angepasst werden. Ayila ist nun gezwungen, ihre Garderobe zu ändern und luftigere Kleidung zu tragen. Auch ihre Kunden tragen andere Frisuren. „Das Wetter wirkt sich auf die Frisuren aus. Alle beschweren sich, dass die Hitze zu groß ist, die Leute haben jetzt lieber kurze Haare. Niemand will lange Haare tragen, aber mit diesen Frisuren verdienen wir Geld,“ fügt sie hinzu.

James Oyesola, Vorsitzender des UNEP-Projekts Ecosystem Based Adaptation for Food Security (EBAFOSA), sieht den Klimawandel als Grund für die aktuelle Hitzewelle. Dieser resultiere aus den gestiegenen Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus prognostiziert er, dass hohe Temperaturen über 30°Grad die Erträge von Feldfrüchten wie Weizen, Reis und Mais beeinträchtigen werden.

„Eine unzureichende Kontrolle der Flächennutzung und Erschließung, schlechte Entwässerungs- und Abfallentsorgung haben die Auswirkungen des Klimawandels im Hinblick auf die hohen Temperaturen im Bundesstaat Lagos noch verstärkt“, sagte er.

Im Moment können die Experten den Nigerianern nur raten, zu lernen mit der Hitze umzugehen. Die Situation beweist, dass der Klimawandel existiert und die Länder mehr tun müssen, um CO2-Emissionen zu reduzieren.


Bimbola Oyesola ist eine Journalistin aus Lagos.
oritokeoyee@gmail.com

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