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Coronavirus

Coronavakzine: Viele offene Fragen

von D+C/E+Z

In Kürze

Presidents meeting in Brussels: Ursula von der Leyen (European Commission), Macky Sall (Senegal) and Emmanuel Macron (France).

Presidents meeting in Brussels: Ursula von der Leyen (European Commission), Macky Sall (Senegal) and Emmanuel Macron (France).

Als Ende Februar der sechste Gipfel von Afrikanischer Union und EU in Brüssel stattfand, genossen in Afrika etwa 11 Prozent der Menschen Corona-Impfschutz, während die Raten in der EU zwischen 60 % und 90 % schwankten. Die Politiker versprachen, die Lage in Afrika werde sich bessern.

Der wichtigste Grund ist, dass Länder mit hohen Einkommen mittlerweile mehr Vakzindosen produzieren, als sie selbst verwenden. Hamstern wird also weniger wichtig. Die Zeit, in der Impfdosen vor Ablauf afrikansichen Ländern gespendet wurden, dürfte zu Ende gehen (siehe Ben Ezeamalu auf www.dandc.eu). Insgesamt wird die Versorgung mit wichtigen medizinischen Gütern für Länder mit niedrigen Einkommen wieder besser  berechenbar. Langfristig dürfte auch relevant sein, dass Moderna und BioNTech,  die beiden Unternehmen mit den innovativen mRNA-Impfstoffen, eine Produktion in Afrika planen. Laut zivilgesellschaftlichen Fachleuten wird sich das aber erst in zwei Jahren praktisch auswirken. Einige Beobachter klagen auch, für Technologietransfer jenseits der eigenen Herstellung bringe das nicht viel.

Technologiezentrum in Südafrika

In Brüssel beharrten EU-Politiker weiterhin auf Patentschutz. Also wird die Welthandelsorganisation (WTO – World Trade Oranization) diesen nicht aussetzen können (siehe auch Dossier auf www.dandc.eu). Zugleich  gibt es aber europäische Unterstützung für eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO – World Health Organization), die Ländern mit niedrigen Einkommen Zugang zur modernen Technik verschaffen soll. Sie hat in Südafrika einen „mRNA Vaccine Technology Transfer Hub“ eingerichtet. Moderna und BioNTech haben Kooperationsvorschläge mit dem Hub abgelehnt.

Dennoch meldete der Hub im Februar, er habe das Moderna-Vakzin repliziert. Auf dieser Basis soll ein neuer Impfstoff entstehen, und klinische Tests sollen noch  2022 starten. Später wäre dann die Produktion in afrikanischen Ländern möglich.

Modernas kürzlich abgelegtes Versprechen, es werde  in Ländern mit niedrigen und niedrigen mittleren Durchschnittseinkommen seine einschlägigen Patente nie gesetzlich durchsetzen, kann somit relevant werden.

Normalerweise ist so eine Aussage unwichtig, weil zur Pharmaherstellung Patente nicht reichen, sondern auch Know-how nötig ist. Angesichts des bekannten Forschungsstandes in Südafrika scheint das nun anders. Allerdings hat Südafrika ein höheres mittleres Durchschnittseinkommen, sodass Moderna dort nicht auf Patentschutz verzichtet hat. Südafrikanisches Recht erlaubt zwar für Forschungszwecke den Nachbau geschützter Produkte, laut  zivilgesellschaftlicher Einschätzung bleiben aber viele Fragen offen.

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