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Menschenrechte

Soldaten entführen Bürger

von Jeffrey Moyo

Heutzutage

Im Januar verkündete Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa einen Anstieg der Spritpreise um 150 Prozent. Gewalttätige Proteste waren die Folge. Das Militär schlug sie nieder. Seitdem haben bewaffnete Gruppen und Sicherheitskräfte eine unbekannte Zahl von Menschen verschleppt.

In der Nacht zum 17. Januar, in einer breit angelegten Aktion gegen Zivilisten nach Demonstrationen gegen die Treibstoffpreis-Explosion, nahmen Soldaten Andrew Muyendamberi mit. Später kamen sie noch einmal zurück und entführten auch seine Frau. Die drei Kinder flohen in Angst. Mehr als einen Monat später sagt Muyendamberis 29-jähriger Sohn Agrippa, seine Eltern würden immer noch im Harare-Remand-Gefängnis festgehalten. Soldaten hätten sie geschlagen und ihnen vorgeworfen, „gewalttätige Proteste gegen die Regierung angestachelt“ zu haben. Tatsächlich habe sich sein Vater jedoch lediglich verbal gegen die Krise im Land gewehrt. Die Inflation in Simbabwe liegt bei 40 Prozent, sodass viele Menschen noch nicht einmal mehr Essen kaufen können.

Muyendamberis Fall ist kein Einzelfall. Richmore Gura berichtet, dass Soldaten auf der Suche nach seinem Bruder Dan, einem bekannten politischen Aktivisten, in sein Haus gekommen seien. „Dan war nicht zu Hause, also nahmen sie meine Schwester mit. Wir fanden sie drei Tage später – vergewaltigt, gefoltert und nackt am Straßenrand ausgesetzt.“ Cephas Mashayamombe, der Bruder von Shadreck Mashayamombe von der Oppositionspartei MDC, wurde von Bewaffneten in einem nicht registrierten Fahrzeug entführt. Später wurde er nackt in einer Grube aufgefunden. Er sitzt jetzt im Rollstuhl. Sein Bruder ist weiterhin auf der Flucht.

Laut dem Menschenrechtsanwalt Doug Coltart ist unklar, wer genau für die Entführungen verantwortlich ist. Das unabhängige Online-Nachrichtenmagazin The Zimbabwean fand heraus, dass Kidnapping kein neues Phänomen ist, sondern „in Simbabwe häufig zur Einschüchterung, Kontrolle und Bestrafung eingesetzt wird, vor allem in politisch instabilen Zeiten“. Zwischen 2000 und 2016 seien 5 894 Entführungen dokumentiert worden. „Die meisten Opfer werden schwer gefoltert“, heißt es in dem Bericht.

Die Menschen leben in ständiger Angst. „Vermummte Männer gehen nachts von Tür zu Tür“, berichtet der 30-jährige Mendisi Chuma, „und am nächsten Morgen sind weitere Menschen verschwunden.“ Allein im Januar wurden 700 Menschen festgenommen. Ausländische Diplomaten in Simbabwe sind alarmiert. Die US-Botschaft rief die Regierung laut einer Twitter-Mitteilung dazu auf, „die Menschenrechte zu respektieren, die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen und umgehend jegliche Gewalt durch Regierungskräfte zu beenden“.


Link

The Zimbabwean: Abductions in Zimbabwe 2000 to 2016.
http://www.thezimbabwean.co/wp-content/uploads/2016/03/Abductions-in-Zimbabwe-2000-2016.pdf


Jeffrey Moyo ist Journalist und lebt in Harare, Zimbabwe.
[email protected]

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