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Internationale Organisationen

Kürzere Wartezeiten

von Hans Dembowski

In Kürze

Manager können kaum abschätzen, wie lange die Zollabfertigung in Uruguay dauert: Hafen von Montevideo.

Manager können kaum abschätzen, wie lange die Zollabfertigung in Uruguay dauert: Hafen von Montevideo.

Das Abkommen über Handelserleichterungen ist bislang der größte Erfolg, den die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) seit ihrer Gründung 1994 erreicht hat. Es geht darum, den bürokratischen Aufwand bei der Zollabfertigung zu reduzieren – was selbstverständlich für die Unternehmen auch geringere Kosten bedeutet.

Wie Karl Brauner, der stellvertretende Generalsekretär der WTO, ausführt, kostet die Abfertigung eines Exportcontainers an der deutschen Grenze umgerechnet 40 Dollar, aber an der sudanesischen Grenze 430 Dollar. Die große Differenz zeigt, welch große wirtschaftliche Bedeutung Handelserleichterungen haben können. Das WTO-Abkommen über Trade Facilitation – so lautet der englische Fachbegriff – wurde 2013 während der Ministerkonferenz in Bali geschlossen und trat vor einem Jahr in Kraft, als zwei Drittel der unterzeichnenden Länder den Vertrag ratifiziert hatten.

Das Abkommen besagt unter anderem, dass Länder ihre Vorschriften offenlegen und auf Internetplattformen erläutern müssen. Alle Formalitäten müssen an einer einzigen Stelle vollziehbar sein. Wenn Behörden vor Ort Auskünfte geben, sind diese dem Abkommen zufolge verbindlich. Gebühren und Abgaben müssen in einem sinnvollen Verhältnis zum amtlichen Aufwand stehen. Wenn ein Land seine Regeln ändern will, muss es zuvor die betroffenen Unternehmen anhören. Brauner nennt das einen „kleinen, aber wichtigen Beitrag zu demokratischer Mitwirkung“.

Die Umsetzung des Abkommesn komme in verschiedenen Ländern bereits schnell voran, sagt Brauner. Uganda beispielsweise habe die Abfertigungszeiten für Importe halbiert und für Exporte sogar um 90 Prozent gesenkt. Dadurch werde es für Unternehmen attraktiver, dort Partner zu finden, die zu ihren Wertschöpfungsketten beitragen. Einfachere Verfahren bedeuteten mehr Transparenz und weniger Korruption.

Holger Görk vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel stimmt Brauners positiver Einschätzung zu. Das Abkommen über Handelserleichterungen sei „vielleicht noch wichtiger als Zollabbau“. Ihm zufolge schwankt die Abfertigungszeit identischer Produkte an der Grenze Uruguays zwischen einem und 31 Tagen. Das bedeute für Unternehmer große Unsicherheit, und frische Ware könne in der Wartezeit sogar verderben. Im internationalen Schnitt seien 15 Behörden in die Abwicklung von Ein- und Ausfuhren involviert, in Nigeria sogar 50. Für die Unternehmen sei es deshalb sehr wertvoll, wenn sie alle Formalitäten an einem „single window“ erledigen können. Die Evidenz zeige, dass die Maßnahmen wirken. In Südamerika beispielsweise wüchsen bestehende Handelsströme.

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