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Internationale Beziehungen

Von der Nähe zu China profitieren

von Raphael Mweninguwe

Heutzutage

China wird oft beschuldigt, Afrika im Allgemeinen – und Malawi im Besonderen – um seine Ressourcen wie Holz und Minerale zu bringen. Doch laut der malawischen Regierung hat das Land sehr von den engen Beziehungen zu China profitiert.

Viele Leute kritisieren, dass China nur die natürlichen Ressourcen afrikanischer Länder ausbeuten wolle. Aber laut Rejoice Shumba, Sprecherin des malawischen Außenministeriums, ist dies in Malawi nicht der Fall. „Natürliche Ressourcen sind eine Einkommensquelle. Wir entscheiden selber, wie viel verkauft werden soll. Wann immer Malawi beschließt, etwas von seinen Rohstoffen zu verkaufen, wird an den Höchstbietenden verkauft“, sagt Shumba.

Die chinesische Botschaft in Malawi erklärt, das Augenmerk liege nicht nur auf Malawis natürlichem Reichtum, sondern auch auf Entwicklung. Sie betont, dass Malawi sehr von China profitiert habe, und weist auf den Bau des Parlamentsgebäudes, des Bingu-Nationalstadions, der Karonga-Chitipa-Straße im Norden, des Bingu-Konferenzzentrums und der Universität für Wissenschaft und Technologie hin.

Auf dem China-Afrika-Gipfel in Südafrika im vergangenen Jahr sagte China, sein Engagement in Afrika umfasse „Kooperationen in den Bereichen Industrialisierung, landwirtschaftliche Modernisierung, Infrastruktur, Finanzen, grüne Entwicklung, Handel und Investitions-Erleichterung, Gesundheit und Reduzierung von Armut, ebenso wie Frieden und Sicherheit“. Die finanzielle Unterstützung in den nächsten drei Jahren betrage 60 Milliarden Dollar.

Malawi hinkt bei Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung und Bildung noch hinterher – trotz Chinas Versprechungen. Shumba argumentiert, dass es „viele Variablen“ gebe, die Malawis wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen, „so sind wir etwa stark von Landwirtschaft abhängig, aber erheblich beeinträchtigt durch die Auswirkungen des Klimawandels“.

Laut offizieller Statistik betrug im September 2008 – nur neun Monate, nachdem Malawi und China ihre diplomatischen Beziehung begonnen hatten – das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern 59 Millionen Dollar. Die neuesten Zahlen des Handelsministeriums zeigen, dass Chinas Handelsvolumen mit Malawi 500 Millionen Dollar erreicht hat.

2016 importierte Malawi Waren und Dienstleistungen im Wert von 303 Millionen Dollar aus China und exportierte Waren und Dienstleistungen im Wert von 55 Millionen Dollar. Viele Malawier sagen jedoch, dass lokale Händler durch den Import chinesischer Billigprodukte arbeitslos würden. Andere halten dagegen, dass zumindest arme Malawier sich diese Billigprodukte leisten könnten.

China gibt Malawi auch Kredite. 2016 unterzeichneten die beiden Staaten ein Abkommen für Projektfinanzierung in Höhe von 1.79 Milliarden Dollar. Zu den Projekten zählen ein Kraftwerk und der Bau eines neuen internationalen Flughafens. Sie werden durch Kredite der Exim Bank of China finanziert und von der China Gezhouba Group durchgeführt.


Raphael Mweninguwe ist Journalist und lebt in Malawi.
[email protected]

 

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