D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

- keine -

Porträt

Vorbildlicher Artenschutz

von Christian Chua

Hintergrund

Lilian Painter

Lilian Painter

Die KfW Entwicklungsbank organisiert mit ihrem „Development Finance Forum“ (DFF) regelmäßig eine Fachveranstaltung mit Experten aus aller Welt zu einem aktuellen Thema der Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Jahr geht es am 6. und 7. Oktober um die Verbindung von Klima- und Biodiversitätsschutz. Anlässlich des DFF veröffentlicht die KfW eine Beilage in E+Z/D+C, woraus wir Beiträge einzeln auf unserer Website veröffentlichen. Dieser Beitrag widmet sich der Bolivianerin Lilian Painter, die sich für den Erhalt der Biodiversität in ihrem Land einsetzt.

Sie hört nicht gerne, dass sie ein Vorbild ist. Dafür ist Lilian Painter zu bescheiden. Lieber verweist sie darauf, dass für einen erfolgreichen Naturschutz effektive Teamarbeit und gute Allianzen notwendig sind, wichtiger zumindest als ihre Position als Chefin der Wildlife Conservation Society (WCS) in Bolivien. Dabei hat die 54-jährige Bolivianerin eine Menge vorzuweisen. Seit der Rückkehr in ihr Heimatland – nach einem Studium der Entwicklungsbiologie in Liverpool – setzt sich Painter für den Erhalt der Biodiversität ein. Aus Großbritannien brachte sie nicht nur einen Doktortitel mit, sondern auch ihren Ehemann Rob Wallace, der sich als Biologe gemeinsam mit ihr ebenfalls dem Naturschutz verschreiben wollte. Dafür heuerten beide direkt nach ihrer akademischen Ausbildung bei WCS in La Paz an.

Seitdem hat sich Painter um den Erhalt des Madidi-Schutzgebiets verdient gemacht, das sich von den Höhen der Anden bis hinunter zum Tiefland des Amazonas erstreckt. Gleich ihr erster Einsatz fand in diesem Gebiet statt – damals ging es um die Brillenbär-Population. Der Fokus ihrer Arbeit in dieser Gegend hat sich oft geändert, der Ansatz ist seitdem gleich geblieben: Naturschutz mit den Menschen, nicht gegen sie. In Partnerschaft mit den indigenen Bewohnerinnen und Bewohnern gelang es der WCS, den Madidi-Park auf 19.000 Quadratkilometer auszudehnen und mit den benachbarten Schutzgebieten und indigenem Land zu einer 50.000 Quadratkilometer umfassenden Landschaft zu verknüpfen. Damit ist dieses Gebiet eines der weltweit größten zusammenhängenden Naturreservate mit einer Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht.

Einer von Painters beachtenswertesten Erfolge war die Einreichung des Madidi-Schutzgebiets beim Legacy Landscapes Fund, den die KfW gemeinsam mit anderen privaten und öffentlichen Geldgebern im Auftrag der Bundesregierung finanziert, um weltweit Biodiversität zu sichern. Gemeinsam mit sechs über den Globus verteilten weiteren Parks wurde Madidi als Pilot-Gebiet ausgewählt. Damit bekommen ihre Ziele und das Management des Parks nun langfristige Unterstützung.

„Ich sehe mich als Vermittlerin, die Brücken zwischen verschiedenen Interessengruppen schlägt“, betont Painter, um das ihr wichtige Teamwork hervorzuheben und ihre Vorbildfunktion runterzuspielen. Aber die vielen Freiwilligen, Werkstudierenden und Mitarbeitenden der WCS, die mit Lilian Painter an der Bewahrung der Natur arbeiten, zeichnen ein eigenes Bild. Sogar ihr Sohn Tommy ließ sich offensichtlich von der gemeinsamen Arbeit beeindrucken: Er wird ebenfalls Ökologie studieren, um später beim Kampf gegen Land- und Artenverlust zu unterstützen. Mehr Vorbild geht eigentlich nicht. 


Dr. Christian Chua