Stadtentwicklung

Gestiegene Wohnungspreise in Istanbul

Die Stadtentwicklung hat in Istanbul mit der rasanten Einwohner- und Wirtschaftsentwicklung nicht Schritt gehalten. Spätestens seit der Jahrtausendwende entwickelte sich die türkische Metropole zu einer gespaltenen Stadt.

hat im Winter 2020/2021 zu E+Z/D+C beigetragen. Sie ist freiberufliche Stadtplanerin und betreibt ein Ingenieurbüro in Hamburg.
 

Bauboom in Istanbul. Sarah C. Schreiner Bauboom in Istanbul.

Während einkommensschwache Bewohner in baufälligen Wohnungen im traditionellen Zentrum oder in schlecht erschlossenen Siedlungen am Stadtrand leben, bevölkern die neuen Mittel- und Oberschichten die attraktiven Lagen, die mit neuen Wohnungen, Naturnähe, Bosporus-Blick und guter Infrastruktur-Anbindung locken. Immer mehr Naturschutz- und Wassereinzugsgebiete weichen der steigenden Nachfrage nach exklusiven Wohn- oder Bürokomplexen. Die Bodenpreise im Stadtzentrum steigen. In historisch geprägten Stadtteilen führt das oft entweder zu Kahlschlag und Neubau oder zu Sanierung – beides macht das Wohnen teurer.

Grundsätzlich sind der Immobilienmarkt und die städtische Infrastruktur staatlich reguliert. Die Stadt setzt darauf, über neue Verordnungen zur Flächennutzung, große Infrastrukturprojekte oder die Ausweisung neuer Entwicklungsflächen die Urbanisierung voranzutreiben. Dazu schließt sie Allianzen mit Privatunternehmen und Hausbesitzern und fördert privatwirtschaftliche Investitionen.

Beispielsweise geht die Stadtverwaltung für einzelne Siedlungsbauprojekte, vor allem für die neue urbane Mittel- und Oberschicht, Public-pri­vate Partnerships (PPPs) ein oder lässt reine Investorenprojekte zu. Die Stadt konzentriert sich dabei auf die Lenkung und Kontrolle der Bauvorhaben – und überlässt die inhaltliche Gestaltung weitgehend den Projektentwicklern, solange sie den übergeordneten stadtentwicklungspolitischen Zielen entsprechen.

 

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