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Ebola

Mehr Menschenleben retten

von Rebecca Renz

In Kürze

Die Zahl der Ebola-Infektionen nimmt in Westafrika laut Weltgesundheitsorganisation seit kurzem wieder zu.

Die Zahl der Ebola-Infektionen nimmt in Westafrika laut Weltgesundheitsorganisation seit kurzem wieder zu.

Bei großen Krisen – Erdbeben, Hochwasser oder Ausbruch von Epidemien – brauchen betroffene Länder finanzielle und andere Hilfe. Private Hilfsorganisationen, staatliche Einrichtungen und sonstige Geldgeber müssen schnell handeln. Effizienz und gute Koordination sind wichtig, damit dort geholfen wird, wo es am nötigsten ist.

Die internationale zivilgesellschaftliche Organisation ONE kritisiert, dass Geldgeber ihre Förderaktivitäten nur unzureichend dokumentieren. Fehlende Transparenz erschwere die Koordination unter den Akteuren. Das ist aus ONE-Sicht verheerend, weil in Krisen schnell und effektiv gehandelt werden muss.

Eine aktuelle ONE-Studie untersucht Geldgeberverhalten während der Ebola-Krise im vergangenen Jahr. ONE zufolge war es schwer, konkrete Zahlen zu erhalten. Die Fördersumme eines Gebers gaben ONE zufolge verschiedene Trackingsysteme unterschiedlich an, sodass die Beträge um bis zu 100 Millionen Dollar voneinander abwichen. Ein Grundproblem sei, dass Geber den Trackingsystemen selbst Auskunft über ihre Förderaktivitäten geben. Dieser Verantwortung gingen manche gründlicher nach als andere. Zudem würden Begriffe nicht einheitlich verwendet, was zu inkonsistenten Statistiken führe.  

ONE fordert die Einführung eines weltweit akzeptierten Trackingsystems. Klare und einheitliche Definitionen für verschiedene Kategorien humanitärer Hilfe seien nötig. ONE betont, dass die derzeitigen Trackingmechanismen „den Anforderungen nicht entsprechen“. Der neue Tracker müsse flexibel genug sein, um für alle Krisen tauglich zu sein. Um sicherzustellen, dass Spendengeld nicht verloren geht, müsse nachvollzogen werden, welches Vorhaben wann wie viel Geld bekommt.

Geber müssten für ihre Zusagen verantwortlich gemacht werden, urteilt ONE. Sie sollten nicht nur über ihre Vorhaben Auskunft geben, sondern dazu verpflichtet werden, ihr Handeln zu dokumentieren. Derzeitig seien sie aber dazu nicht bereit oder nicht in der Lage. Trackingsysteme sollten den Weg des Geldes bis zum letzten Empfänger erfassen. Das würde es Hilfswerken erleichtern, Spendenengpässe zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Die ONE-Studie betont, ohne detaillierte Daten könnten „Lücken nicht ohne Weiteres ausfindig gemacht werden“, verschwendete Zeit bedeute aber „verlorene Leben“.  

ONE fordert das UN Secretary General’s High Level Panel on Global Response to Health Crises und andere Institutionen auf, sich gegen mangelnde Transparenz und Verantwortung einzusetzen. ONE plädiert dafür, „Fehler nicht zu wiederholen und in der nächsten Krise keine Zeit, Ressourcen und Menschenleben zu verlieren“.

Rebecca Renz


Link:
“When losing track means losing lives: Accountability lessons from Ebola crisis”:
http://one_org_international.s3.amazonaws.com/de/wp-content/uploads/2015/07/Ebola-accountability-report.pdf

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