Ländlicher Raum

Partizipation auf Dorfebene

Die ruandische Regierung will die Menschen bei der Planung und Durchführung von Entwicklung in den Gemeinden einbeziehen.
Zwischen 2005 und 2011 ist die Anzahl der Malaria-Toten um 85,3 Prozent gesunken: Aufklärungsplakat. Boethling/Photography Zwischen 2005 und 2011 ist die Anzahl der Malaria-Toten um 85,3 Prozent gesunken: Aufklärungsplakat.

Dazu gibt es verschiedene Ansätze:

  • Die Zentralregierung einigt sich mit Dörfern über lokale Projekte und deren Finanzierung. Jedes Jahr treffen sich lokale Führungspersönlichkeiten und Delegierte im Dezember mit Vertretern der Zentralregierung, um abzuschätzen, was erreicht wurde und neue Verträge für das nächste Jahr abzuschließen. Kirchenleute sind ebenso beteiligt, und sie berichten, was die Kirchen erreicht haben.
  • Die Leute arbeiten ehrenamtlich in Entwicklungsinitiativen mit und beteiligen sich am Bau von Schulen, Apotheken und Krankenstationen. Sie kümmern sich zudem um den Erhalt der öffentlichen Infrastruktur wie Straßen und Brunnen. Die Regierung veranstaltet auf verschiedenen Verwaltungsebenen öffentliche Foren, damit die Dorfbevölkerung Ideen einbringen können.
  • Ein Ansatz zur Armutsreduzierung nennt sich „Girinka“: Das ärmste Mitglied der Gemeinde bekommt für eine gewisse Zeit eine Kuh. Der Mist dient als Dünger und die Milch als Nahrung. Später wird diese Kuh an die nächste Familie weitergereicht. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt.
  • Lokale Streitigkeiten schlichten die ­„Abunzi“ – freiwillige, vom Dorf ­gewählte Mediatoren. So können ­Probleme und Lösungen öffentlich ­diskutiert werden. Dieses System ist angesichts der Gewalt, die die Dörfer 1994 erschütterte, immens wichtig.

Die Einbeziehung der Gemeinden ist ­charakteristisch für Ruandas Entwicklung. Das wirkt sich positiv auf Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Hygiene und Landwirtschaft aus. Geber und Weltbank schätzen diesen Ansatz, weil er die Regierungsführung verbessert. (jwk)

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