Binnenvertriebene

Die Angst wächst in Kinamba

Als die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen Ende Dezember 2007 bekanntgegeben wurden, brach in Kenia Gewalt aus. Viele Menschen spüren die Folgen bis heute. Das gilt etwa für rund 700 Binnenflüchtlinge, die am Rande des Rift Valley in Kinamba wohnen. Vor neun Jahren flohen sie aus dem Tal.

hat im Sommer 2017 zu E+Z/D+C beigetragen. Er arbeitet für die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) im Kontext des Zivilen Friedensdiensts (ZFD). Der GIZ-ZFD kooperiert mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und örtlichen Gemeinschaften in Kenia.

Ein Lager für Binnenvertriebene im Jahr 2013. Curtis/picture-alliance/AP Photo Ein Lager für Binnenvertriebene im Jahr 2013.

Der gastgebende Ort bewies menschliche Solidarität in einer Zeit von Mord und Zerstörung und nahm die Flüchtlinge auf. David Gitonga, ein Mitglied des kommunalen Gemeinderats, forderte seine Mitbürger auf, den Flüchtlingen Sicherheit und ein Dach über dem Kopf zu bieten. Die Zustimmung war überwältigend. 90 Prozent waren bereit, Menschen in Not aufzunehmen – egal, wo diese herkamen.

Neun Jahre später sind die Flüchtlinge immer noch da. Eine dauerhafte Lösung ist nicht abzusehen. Alle hatten erwartet, dass die Zugereisten bald wieder heimkehren würden oder von der Regierung ein neues Zuhause zugewiesen bekämen. Die Hoffnung trog.

Heute herrscht in Kinamba Angst auf allen Seiten. Die Flüchtlinge fürchten, verjagt zu werden, und die Gastgeber machen sich Sorgen, sie könnten ihr Land an die „Außenseiter“ verlieren. Leider ist die Stimmung an vielen Orten, wo Binnenflüchtlinge leben, ähnlich.

 

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