D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Menschenhandel

Tief verwurzelte Sklaverei

von Ibrahim Orèd'Ola Falola

Heutzutage

Sklaverei ist nirgendwo in der Welt mehr erlaubt. Trotzdem ist Menschenhandel ein äußerst profitables kriminelles Geschäft, das einen geschätzten jährlichen Umsatz von 150 Milliarden Dollar generiert. Mauretanien ist eines der Länder, in dem Sklaven verkauft werden.

Die UN definiert moderne Sklaverei  als „Anwerben, Transport, Überstellung, Unterbringung oder Empfang von Personen durch vorschriftswidrige Mittel wie Zwangsarbeit oder sexuelle Ausbeutung“. Es gibt verschiedene Formen von Sklaverei: Zwangsarbeit im Haushalt oder in anderen Bereichen, Missbrauch in der Prostitution, Leibeigenschaft, Kinderarbeit oder Zwangsehe.

Der Global Slavery Index von 2016 zeigte auf, dass 46 Millionen Menschen als Sklaven leben müssen. Laut der zivilgesellschaftlichen Organisation „Free the Slaves“ sind 70 Prozent der Sklaven weltweit in Zwangsarbeit und 30 Prozent in erzwungener Prostitution gefangen.  

Mauretanien war der letzte Staat der Erde, der die Sklaverei offiziell abschaffte – erst 1981.  Aber trotz gesetzlichem Verbot ist sie in dem Land laut „SOS Esclaves“, einer lokalen zivilgesellschaftlichen Organisation, noch weit verbreitet. Sklaverei ist in den sozialen Traditionen tief verwurzelt.

Laut des Global Slavery Index ist ein Prozent der mauretanischen Bevölkerung versklavt. Die absolute Zahl liegt bei über 41 000. Aktivisten schätzen jedoch, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung als Sklaven gehalten werden. Der Grund für diese unterschiedlichen Zahlen liege darin, dass es „keine Statistiken über Haratines und Afro-Mauretanier gibt“, sagt Philip Alston, UN-Sonderberichterstatter über extreme Armut und Menschenrechte. Versklavte Menschen gehören oft einer dieser beiden ethnischen Gruppen an. Sie stellen ungefähr zwei Drittel aller Mauretanier und sind auf vielerlei Weise vom wirtschaftlichen und sozialen Leben ausgeschlossen.

Abou ist ein befreiter Sklave. Er nutzt nur diesen Namen. „Ich kann das Leid gar nicht in Worte fassen, das ich in dem Jahrzehnt als Sklave aushalten musste“, erzählt er. Abou floh im April 2018 aus dem Haus seines Besitzers.

Mauretanische Behörden leugnen einfach die Existenz von Sklaverei. Es gibt mehr Repressionen gegen Anti-Sklaverei-Aktivisten und Journalisten als gegen die Täter. „Menschenrechtler und Anti-Sklaverei-Aktivisten wurden für ihre friedlichen Aktivitäten eingeschüchtert, angegriffen und verfolgt“, steht im Bericht von 2017/2018 von Amnesty International. So etwa wurden der französisch-marokkanische Fotojournalist Seif Kousmate und die Menschenrechtsanwältin Marie Foray des Landes verwiesen: Letztere arbeitete mit der lokalen Anti-Sklaverei-Nichtregierungsorganisation „Initiative pour la Résurgence du Mouvement Abolitionniste“ zusammen.

Mauretanien sieht sich mit klaren Ansagen der internationalen Gemeinschaft konfrontiert. Die USA werden Anfang 2019 die Handelsvorrechte des Landes beenden.


Ibrahim Ored’Ola Falola is a journalist and lives in Lomé, Togo.
[email protected]


Links

Free the Slaves:
https://www.freetheslaves.net/

Initiative pour la Résurgence du Mouvement Abolitionniste:
http://www.iramauritanie.org/

SOS Esclaves:
https://www.facebook.com/SOS-Esclaves-179463132122473/?nr

 

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren