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Oikocredit

Soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz

von Sabine Balk

In Kürze

Das von Oikocredit geförderte Energieunternehmen BROXX vermietet Off-Grid-Solaranlagen an arme Haushalte in Kenia.

Das von Oikocredit geförderte Energieunternehmen BROXX vermietet Off-Grid-Solaranlagen an arme Haushalte in Kenia.

Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend. Davon profitiert auch Oikocredit, dennoch ist der Finanzierer alles andere als trendgetrieben. Oikocredit ist ein Pionier auf dem Gebiet und fördert als internationale Genossenschaft seit 1975 nachhaltige Unternehmen und Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ziel von Oikocredit ist es, mit ethischen Geldanlagen Entwicklung zu fördern. Dies macht die Genossenschaft vor allem über Mikrokredite für Menschen mit geringen Einkommen und direkte Investitionen in landwirtschaftliche Unternehmen und erneuerbare Energien möglich. Menschen und Organisationen aus Deutschland oder anderswo, die sozial verantwortlich investieren wollen, können ihr Geld bei Oikocredit anlegen. Sie sind dann als Genossen direkt am Geschäftsbetrieb beteiligt.

Seit der Gründung ist Oikocredit ständig gewachsen und konnte vergangenes Jahr die Rekordsumme von mehr als einer Milliarde Euro in soziale Unternehmen investieren, verkündet Hann Verheijen, Kreditdirektor von Oikocredit International. Das sind 16 Prozent mehr als 2015. In diesem Jahr wird die Investitionssumme von Oikocredit vermutlich nochmal um zehn Prozent wachsen. Mit diesem Geld lässt sich einiges bewegen, versichert Verheijen.

Der Investitionsschwerpunkt von Oikocredit mit einer Summe von 814,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist der sogenannte inklusive Finanzsektor. Das heißt, Oikocredit unterstützt vor allem Mikrofinanzinstitute und Banken sowie kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen. Bei letzterem investiert Oikocredit für eine begrenzte Zeit eigenes Kapital in ein Unternehmen, damit dieses bessere Wachstumschancen hat. Wenn die Firma auf eigenen Beinen steht, wird das Geld wieder herausgenommen.

Die geförderten Projekte im Bereich Landwirtschaft machten vergangenes Jahr 157,3 Millionen Euro aus. Obwohl der Erneuerbare-Energien-Bereich mit 40 Millionen Euro noch relativ klein ist, sieht Verheijen darin das größte Wachstumspotenzial für Oikocredit. „Wir setzen uns auch für Gerechtigkeit und Umweltschutz ein. Nach wie vor haben weltweit rund 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom – meist Familien mit geringem Einkommen in ländlichen Gebieten.“ Bezahlbare und saubere Energie sei eine wesentliche Säule für nachhaltige Entwicklung. Bis zum Jahr 2020 soll der Bereich erneuerbare Energien 15 bis 20 Prozent des Gesamtportfolios der Genossenschaft ausmachen.

Dabei investiert Oikocredit sowohl in große Energieprojekte als auch in kleine Off-Grid-Lösungen. Ein Großprojekt ist beispielsweise das Valle-Solar-Photovoltaik-Kraftwerk Cohessa in Honduras. Oikocredit beteiligte sich 2016 mit elf Millionen Dollar an dem insgesamt 120 Millionen Dollar umfassenden Finanzierungspaket der International Finance Corporation (IFC). Die IFC ist eine internationale Entwicklungsbank und Teil der Weltbankgruppe.

Kleine Solarstromsysteme vermietet das Energieunternehmen BROXX an Haushalte in Kenia. Die Kunden können einen dreijährigen Mietkaufvertrag abschließen, den sie per Handy monatlich abzahlen. Oikocredit unterstützt BROXX durch den Ankauf von firmeneigenen Wertpapieren, wodurch BROXX schneller an das benötigte Kapital kommt. Laut Oikocredit profitieren in Kenia bereits etwa 7000 Menschen von diesem innovativen Finanzierungsmodell.

Verheijen erklärt, dass Oikocredit in Zukunft seinen regionalen Schwerpunkt auf Subsahara-Afrika legt, weil der Bedarf dort am größten sei. Das Portfolio in Afrika sei in den vergangenen drei Jahren um mehr als 100 Prozent gewachsen. Dennoch investiert Oikocredit von seiner Investitionssumme von einer Milliarde Euro „nur“ rund 189 Millionen Euro auf dem afrikanischen Kontinent. „Die Strukturen sind dort noch sehr schwach, und der Aufwand ist viel größer als beispielsweise in Lateinamerika, wo Mikrokredite eine längere Tradition haben“, erklärt Verheijen. Außerdem könne man in Afrika mit viel weniger Geld mehr erreichen als in anderen Regionen.

2016 hat Oikocredit für 801 Partner in 70 Ländern Kredite, Kapitalbeteiligungen sowie Beratung und Schulungen bereitgestellt. „Es waren unsere Anlegerinnen und Anleger, die diese Leistungen möglich gemacht haben“, sagt Verheijen. Die Zahl der Anleger ist im vergangenen Jahr auf 54 000 gewachsen (2015: 51 000). Fast die Hälfte von ihnen kommt aus Deutschland. Die Idee für Oikocredit wurde 1968 bei einem Treffen des Ökumenischen Rats der Kirchen geboren und die Genossenschaft wurde sieben Jahre später in den Niederlanden gegründet.


Link

Oikocredit:
https://www.oikocredit.de/

 

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