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Klima

Klimaschutz als Chance

von Cathrine Schweikardt

In Kürze

Mongolians appreciate solar panels

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Wirtschaftliches und zugleich um­welt­verträgliches Wachstum zu fördern ist eine der größten Herausforderungen der Weltgemeinschaft. Dabei eröffnet das Zusammenspiel aus Klima-, Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik laut BMZ, GTZ und KfW neue Chancen.

Industrie- und Entwicklungsländer verfolgen beim Umweltschutz teils gegenläufige Interessen. Während die einen durch einen hohen Entwicklungsstand Umweltschutz als Zukunftsthema mit hoher Priorität behandeln, legen die Entwick­lungsländer den Fokus auf wirtschaftliches Wachstum. „Dabei müssen die Entwick­lungsländer nicht den gleichen schadstoff­reichen Weg wie wir gehen“, betont der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Jürgen Beerfeltz. Er fordert, Klimaschutz auch als Wachstumsbereich und Sprungbrett für Entwicklung zu sehen.

„Um den Vorwurf des Ökokolonialismus abzuwehren, braucht es Vertrauen. Das erreichen wir durch Zusammenarbeit“, sagt Eberhard Brandes vom World Wide Fund For Nature (WWF). KfW und GTZ erkennen im Dreiklang Klima-, Entwicklungs- und Industriepolitik Chancen und haben „Vielfalt – Impulse für Ent­wick­lung“ zum gemeinsamen Jahresthema erklärt. Indem GTZ und KfW ihre finanziellen und technischen Instrumente und Ideen für Klimaschutz gemeinsam nutzen, wollen sie die Wirksamkeit ihrer Projekte erhöhen. Das BMZ sieht sich dabei als Scharnier zwischen nicht staatlichen Organisationen, Wirtschaft und Entwick­lungsorganisationen.

„Auch Klein- und Mittelunternehmen müssen stärker gefördert und durch Entwicklungsscouts gezielt angesprochen werden“, sagt Staatssekretär Beerfeltz. Diese „hidden champions“ will das BMZ durch eine neue Servicestelle für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft (Referat 111) besser beraten. In Zeiten der Schuldenbremse würden gerade solche Akteure durch finanzielle Engpässe behindert. Hier könne die Entwicklungszusammenarbeit einspringen und auch ihr technologisches Know-how nutzen.

Laut der Initiative „Business for Climate Protection“ des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), unterstützt von 50 Unternehmen, sind Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze mehr. „Die Industrie verfügt schon jetzt über innovative und kosteneffiziente Lösungen für den Klimaschutz“, sagt Kurt-Christian Scheel vom BDI. Die Initiative investiert verstärkt in Forschung und Entwicklung innovativer Umwelttechnologien und setzt sich für einen weltweit verbindlichen Rahmen für Klimaschutz ein.

Wissenschaftlichen Nachholbedarf gibt es vor allem bei der Anpassung an den Klimawandel. In Deutschland sehe man Adaptation als zu wenig technologieorientiert an. Der Weg in die erneuerbaren Energien ist zu vorsichtig“, sagt Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie. Deutschland müsse offensiver vorgehen, gerade weil es Vorbild und gerngesehener Partner im Klimaschutz sei. Verglichen mit den letzten Jahren, lasse Deutschlands Ambition nach, dabei sei erst ein Drittel des Klimawandels spürbar. „Stehenbleiben heißt Rück­schritt“, sagte Bernd Eisenblätter, Sprecher der GTZ-Geschäftsführung, am Ende der ­Veranstaltung „Klimapolitische Vielfalt“, die GTZ und KfW im November zum Abschluss ihres Themenjahres in Bonn organisierten.

Cathrine Schweikardt