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Zivilgesellschaft

Relevante Akteure

von Hans Dembowski

Meinung

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat einen Bericht über das entwicklungspolitische Engagement seiner Mitglieder veröffentlicht. Dieser „Stiftungsreport“ bietet Einblicke in deren Arbeit, liefert aber leider keinen befriedigenden Überblick über das Geschehen.

Das Dokument erklärt, was die Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) sind, dass diverse Akteure zu ihrer Erreichung beitragen müssen und dass die deutschen Stiftungen das auch tun werden. Mehrere Stärken dieser unabhängigen Akteure werden erläutert:

  • Sie können weltweit frei mit Partnern kooperieren und auch dort aktive werden, wo das staatlichen deutschen Institutionen aus politischen Gründen unmöglich ist.
  • Sie testen neue Konzepte und können sie schnell ausweiten.  
  • Sie fördern Partizipation, Einfluss und Eigenverantwortung von Zielgruppen.   
  • Sie tragen zur politischen Bildung im Inland bei.
  • Einige wirken als Denkschmieden.  

Einige profilieren sich als soziale Investoren, die Kapital für gesellschaftlich wichtige Unternehmen bereitstellen.

Die Studie belegt, dass Stiftungen gute Partner für Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind. Sie bietet auch Tipps für eigenes Engagement. Leider geht sie aber nur am Rande darauf ein, dass die Verbandsmitglieder extreme heterogen sind.

Manche Stiftungen sind staatlich (etwa die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg oder die KfW Stiftung). Andere sind mit Parteien verbunden wie die christ-demokratische Konrad-Adenauer-Stiftung und die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung. Manche Stiftungen hängen mit Großunternehmen zusammen. Die Siemens-Stiftung entstand, als Korruptionsskandale den Münchener Konzern erschütterten. Sie dient ohne Zweifel einem PR-Zweck, ist aber mehr als nur das. Die Robert Bosch Stiftung dagegen wurde nicht vom gleichnamigen Automobilzulieferer gestartet – ihr gehört das Unternehmen. 

Manche Stiftungen entsprechen klassischen Vorstellungen von Philanthropie. Die Karl Kübel Stiftung wurde von einem Unternehmer gegen Ende seines Berufslebens gegründet. Allerdings haben mittlerweile auch große zivilgesellschaftliche Organisationen wie Brot für die Welt, die Caritas oder die Welthungerhilfe Stiftungen gegründet. Diese ermöglichen privaten Großspendern, die Arbeit der Hilfswerke langfristig zu unterstützen.

Um die Bedeutungen der Stiftungen in der Entwicklungspolitik zu verstehen, müssten Leser mehr darüber erfahren, welche Art von Stiftung welche Arbeit macht – und damit was erreicht. Außerdem müsste herausgearbeitet werden, welche Unterstützung Stiftungen beispielsweise vom Staat bekommen. Der Stiftungsreport zeigt, dass diese Akteure wichtig sind. Es wird aber nicht klar, welchen Einfluss sie haben.


Link
Stiftungsreport – Entwicklungszusammenarbeit: Wie Stiftungen weltweit wirken.
https://shop.stiftungen.org/stiftungsreport-entwicklungshilfe

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