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Globale Trends

Die Zukunft von Entwicklung und Entwicklungspolitik

von Katja Dombrowski

In Kürze

Viele der diskutierten Trends überlappen einander und hängen voneinander ab.

Viele der diskutierten Trends überlappen einander und hängen voneinander ab.

Wie sieht globale Entwicklung im Jahr 2032 und darüber hinaus aus, und was sind die wichtigsten Antriebskräfte für Veränderung? Dieser Frage ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in seinem zweiten Delphi-Prozess nachgegangen.

Die Delphi-Methode beinhaltet ein Befragungsverfahren und dient unter anderem dazu, zukünftige Trends einzuschätzen. Für den aktuellen Prozess wurden 31 Experten befragt, darunter unsere Interviewpartnerin Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (siehe Haupttext).

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der ersten Delphi-Studie von 2016 und des aktuellen Forschungsstands hat das BMZ 30 Trends formuliert, aufgeteilt auf sechs Themenbereiche. Die Experten, die von Thinktanks, bi- und multilateralen Organisationen sowie dem Privatsektor im globalen Norden und Süden kamen, sollten angeben, ob sie diesen Trends zustimmen und ob sie der Meinung sind, dass Entwicklungspolitik einen positiven Einfluss auf die Trends haben kann.

Ergebnisse der 2016er Erhebung wurden bestätigt, etwa dass neue Technologien große Veränderungen bringen werden und dass die Verschlechterung der Umweltbedingungen und nicht-nachhaltige Lebensstile sich negativ auswirken werden. Die Teilnehmer betonten zudem, dass zunehmende Fragilität und Ungleichheit auch 2032 große Herausforderungen darstellen werden, dass aber andere Trends, wie die wachsende Urbanisierung, auch Chancen für positive Entwicklung bieten könnten. Zu den neu identifizierten Faktoren gehören unter anderem die Zunahme nationalistischer Tendenzen, die wachsende Rolle Chinas und die immer mehr um sich greifende Digitalisierung und Automatisierung.

Insgesamt war die Zustimmung der Experten zu den vom BMZ dargestellten Trends hoch. Die meiste Zustimmung erhielt der Trend, dass fragile und von Konflikten betroffene Staaten große Hindernisse für nachhaltige Entwicklung darstellen werden. Auf Platz zwei liegt die Einschätzung, dass die durch Automatisierung hervorgerufenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt neue Fähigkeiten und darauf ausgerichtete Bildungssysteme erfordern. Fast ebenso viele Experten stimmten darin überein, dass Klimawandel und Umweltzerstörung die Lebensqualität der Menschen zunehmend verschlechtern werden.

Welche entwicklungspolitischen Konsequenzen aus den Trends gezogen werden sollten, ist hingegen weniger eindeutig. Während die Experten zum Beispiel in Bezug auf medizinischen Fortschritt, Klimawandel und Armut große Einflussmöglichkeiten sehen, ist die Skepsis in anderen Bereichen groß. Rund ein Drittel der Befragten sieht keine entwicklungspolitische Handhabe gegen den zunehmenden Einfluss Chinas, ein weiteres Drittel nur teilweise. Ähnlich sieht es in Bezug auf die globale Energiewende und die Automatisierung von Arbeit aus.

Das BMZ sieht als Lehre aus dem Delphi-Prozess Handlungsbedarf auf vier Ebenen:

  1. Paradigmenwechsel vornehmen,
  2. Analyse und Forschung ausbauen,
  3. Entwicklungsmaßnahmen anpassen und
  4. neue Partnerschaften und Kooperationen aufbauen.

Wie die konkrete Umsetzung aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Katja Dombrowski


Link

Delphi-Studie des BMZ, 2018: Development policy in 2032. Global trends and hypotheses on future development cooperation.
https://www.bmz.de/en/publications/type_of_publication/strategies/Strategiepapier445_02_2018.pdf

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