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Unser Standpunkt

Gleiche Chancen schaffen

von Katja Dombrowski

Meinung

Straßenkinder in Phnom Penh.

Straßenkinder in Phnom Penh.

Kinder kommen mit extrem ungleichen Chancen auf die Welt. Das ist innerhalb einzelner Länder so – reichen wie armen – und erst recht zwischen verschiedenen Weltgegenden. Was für ein Unterschied liegt zwischen einer Kindheit in einer gutsituierten Mittelschichtfamilie in Singapur und einer Bauernfamilie im Tschad!

Wahrscheinlich kann das eine Kind zwischen verschiedenen angesehenen Universitäten wählen, um sich seinen Berufswunsch zu erfüllen, und das andere gerade einmal die Grundschule abschließen, bevor es bei der Feldarbeit gebraucht wird oder sich um jüngere Geschwister kümmern muss. Das eine Kind genießt die beste Gesundheitsversorgung der Welt, während für das andere schon eine Durchfallerkrankung tödlich enden kann.

Und dabei sind Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, auf der Flucht oder in Lagern, noch gar nicht berücksichtigt. Kinder, die arbeiten müssen oder eine Behinderung haben, Kinder, die auf der Straße leben oder missbraucht werden, haben es besonders schwer. Anderen raubt übergroße Verantwortung die Kindheit oder auch übergroße Erwartungen der Eltern. Ein behütetes Aufwachsen ohne Not ist beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Die sollte es aber sein. Jedes Kind hat die gleichen Chancen im Leben verdient, und die Weltgemeinschaft hat die Verantwortung, sie zu schaffen. Auf dieses Ziel arbeitet sie zum Beispiel im Rahmen der Agenda 2030 hin. Ob es um hochwertige Bildung (Sustainable Development Goal – SDG 4) geht, um Geschlechtergleichstellung (SDG 5) oder weniger Ungleichheiten (SDG 10) – Kinder profitieren besonders von Verbesserungen.

Es wurde auch bereits viel erreicht. Zwischen 1990 und 2015, dem Zeitraum der Millennium Development Goals (MDGs), sank die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, weltweit um fast die Hälfte. Auch die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren halbierte sich. Die Zielvorgabe war aber für beide MDGs höher.

Gesundheit, Ernährung und Bildung sind Schlüsselbereiche. Nur ein gesundes Kind kann sich optimal entwickeln und lernen. Deshalb ist die Stärkung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern so wichtig. Das Gleiche gilt für Krankenversicherungen für alle. Nur ein sattes Kind kann sich auf den Unterricht konzentrieren. Deshalb gehören Schulspeisungen zu den erfolgreichsten entwicklungspolitischen Maßnahmen, solange der Hunger nicht weltweit besiegt ist.

Bildung ist die Basis für fast alles im Leben, von Familienplanung bis Geschlechtergerechtigkeit, von politischer Teilhabe bis zu guter Arbeit. Die Grundlagen dafür werden nicht erst in der Schule, sondern bereits ab der Geburt gelegt. Frühe Förderung in Familien, die es von sich aus nicht schaffen, ist daher elementar. Fast alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Aber nicht alle können es ihnen geben: aus Armut oder Unwissenheit, wegen fehlender Infrastruktur oder kulturellen Bedingungen.

Das Leitmotiv der Agenda 2030, niemanden zurückzulassen, sollte für Kinder in besonderem Maße gelten. Ihre Unschuld an den Verhältnissen, in die sie hineingeboren werden, ist augenfällig, die Ungerechtigkeit ihrer unterschiedlichen Startbedingungen besonders groß. Umso wichtiger ist es, für Ausgleich zu sorgen.


Katja Dombrowski ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit / D+C Development and Cooperation.

 

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