D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Ökologie

Ungenügend nachhaltig

von Lea Diehl

In Kürze

Traditionelle senegalesische Fischerboote.

Traditionelle senegalesische Fischerboote.

Der Fischkonsum steigt weltweit rasant. Für die traditionelle Kleinfischerei in Entwicklungsländern ist das aber nicht unbedingt eine gute Nachricht, zumal sie auch mit Umweltproblemen ringt. Die FAO hat Bestand aufgenommen.

Der weltweite Fischkonsum ist in den letzten Jahren rapide gestiegen – vor allem in Entwicklungsländern. Dort nahm der Pro-Kopf-Verbrauch laut UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization – FAO, 2016) von gut fünf Kilogramm 1961 auf fast 19 Kilogramm 2013 zu, während die Bevölkerung rapide wuchs. In Industrieländern lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2013 bei fast 27 Kilogramm.

Die FAO-Autoren sehen in Fischerei und Aquakultur Möglichkeiten, um die weltweite Ernährungslage zu verbessern. Fischprodukte sorgten für Nahrungsvielfalt und Nährstoffreichtum. In vielen armen Ländern seien sie die Grundlage der Proteinversorgung.  

Fischerei und Aquakultur beschäftigten zudem den FAO-Daten zufolge 2014 fast 60 Millionen Menschen weltweit. In Entwicklungsländern sichere insbesondere die Kleinfischerei Einkommen. Die Kleinfischerei sei jedoch mit Risiken verbunden. Obendrein seien viele Fischer in Entwicklungsländern von Zwischenhändlern abhängig, so dass sie mit harter und gefährlicher Arbeit nur wenig verdienten. Die FAO rät zu kollektivem Handeln, wie etwa der Gründung von Genossenschaften, um den Marktzugang und die technische Ausstattung zu verbessern.  

Die Kleinfischerei steht laut FAO-Einschätzung unter anderem wegen der wachsenden Bedeutung des Weltmarkts unter Druck. Der größte Fischexporteur sei mittlerweile China – gefolgt von Norwegen und Vietnam.

Sorge bereitet, dass die Fischbestände in vielen Gegenden abnehmen. Die produktivste Meeresregion für Fischfang ist dem FAO-Bericht weiterhin der Nordwestpazifik, gefolgt von dem westlichen Zentralpazifik, dem nordöstlichen Atlantik und dem östlichen Indischen Ozean. Im Vergleich zu anderen produktiven Meeresregionen seien die Erträge im Nordostatlantik in den vergangenen Jahren jedoch massiv gesunken.

Die Autoren verweisen auf fehlende Nachhaltigkeit bei der Steuerung und Überwachung von Fischbeständen. Unkontrollierter Fischfang führe in vielen Gebieten zu Überfischung. Dazu trage auch illegale Fischerei bei. Gesetze müssen durchgesetzt werden. Zudem könne die kontrollierte Aufzucht von Wasserorganismen dazu beitragen, Fischbestände zu stabilisieren und Fischerei langfristig möglich zu machen.

Für die weltweite Ernährungssicherung sei zudem Aquakultur wichtig, die 2004 bereits 39 Prozent des menschlichen Fischbedarfs gedeckt habe. Die FAO-Autoren mahnen, regionale und internationale Kooperation seien erforderlich, um sowohl Fischfang als auch Aquakultur nachhaltig zu gestalten. Klimawandel und Umweltverschmutzung verschärften die Probleme.  

Die FAO lobt, dass über 170 Staaten ihrem 1995 beschlossenen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei („Code of Conduct for Responsible Fisheries“) zugestimmt haben. Die FAO bietet bei der Implementierung Unterstützung an.  


Quelle
FAO, 2016: The state of world fisheries and aquaculture.
http://www.fao.org/3/a-i5555e.pdf

 

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren