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Ebola-Epidemie

„Größte Herausforderung“

von Hans Dembowski

Meinung

Desinfektion eines Menschen für Trainingszwecke in Liberia.

Desinfektion eines Menschen für Trainingszwecke in Liberia.

Joanne Lius Appell an die UN ist nicht verpufft (http://www.dandc.eu/de/article/joanne-liu-von-aerzten-ohne-grenzen-fordert-internationale-hilfe-fuer-ebola-laender). Die Staatengemeinschaft beginnt, sich Ebola zu stellen. US-Präsident Barack Obama versprach Hilfe im Wert von 175 Millionen Dollar und den Einsatz von 3000 Soldaten, um Ebola in Westafrika einzu­dämmen.

Laut UN-Sicherheitsrat bedroht der Ebola-Ausbruch international Frieden und Sicherheit. Eine Resolution zum Thema wurde am 18. September einstimmig angenommen. UN-Mitglieder sind aufgerufen, Gesundheitsexperten, Lazarette und Medi­kamente bereitzu­stellen.

Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, sagte: „Dies ist wahrscheinlich die größte Herausforde­rung, der sich die UN je im Frieden stellen mussten“. Nun gelte es, den „Vorsprung“, den Ebola gewonnen habe, wieder einzu­holen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zufolge verdoppelt sich die Zahl der Ebola-Erkrankungen alle drei Wochen. Um die Krise in den Griff zu bekommen, müsse in den nächsten sechs Monaten Hilfe im Wert von 1 Milliarde Dollar geleistet werden – 20 Mal mehr, als zum Zeitpunkt der Resolution zugesagt war.

Die WHO schätzt, dass Ebola bis zum 14. September 2630 Menschen getötet hat. Die Statistikämter der meistbetroffenen Länder sind aber schwach, sodass die Dunkelziffer hoch sein dürfte. Nigeria und Senegal meldeten einzelne Infektionen, Experten erkannten dort aber keine ernste Krise.

Gerd Müller, der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, verzehnfachte die einschlägige Unterstützung seines Hauses für die WHO auf 10 Millionen Euro. Andere Bundesministerien sagten darüber hinaus weitere 7 Millionen
Euro zu.

Sierra Leone verhängte vom 19. bis 21. September eine Ausgangs­sper­re. Gesundheits­helfer gingen von Haus zu Haus, um Infizierte zu suchen und die Bevölkerung über die Krankheit aufzuklären. Die Maßnahme war unbeliebt. Den Behörden zufolge
wurden indessen bis zu 100 Patienten und mehr als 90 Ebolatote gefunden.

Ende September war die Epidemie nicht unter Kontrolle. Der Informationsminister von Liberia, Lewis Brown, sagte der britischen Zeitung Independent on Sunday: „Die Leute müssen begreifen, dass das, womit wir ringen, unsere drei Länder (Liberia, Sierra Leone und Guinea; Red.) kollabieren lassen kann.“

Die Krankheit habe Liberia im elften Friedensjahr getroffen, sagte Lewis, und das Gesundheitswesen sei noch nicht in dem Zustand gewesen, in dem es hätte sein sollten. Der Minister sprach von „schrecklichen Konsequenzen unter jedem Aspekt unserer natio­nalen Existenz“. (dem)