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Frauengesundheit

100 Millionen Betroffene

von Idah Nabateregga

In Kürze

Afrikanische Frauen demonstrieren in Nairobi gegen weibliche Genitalverstümmelung und andere Formen der Gewalt.

Afrikanische Frauen demonstrieren in Nairobi gegen weibliche Genitalverstümmelung und andere Formen der Gewalt.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit zwischen 100 und 140 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) betroffen.

Die Praktik ist besonders stark in Subsahara-Afrika sowie in einigen arabischen und südostasiatischen Ländern verbreitet. Doch auch in Europa, Kanada und den USA kommt weibliche Genitalverstümmelung vor. Allein in Afrika sind jedes Jahr 3 Millionen Mädchen dem Risiko einer Genitalverstümmelung ausgesetzt. Nach Schätzungen von Terre des Femmes leben in Deutschland etwa 36 000 Betroffene und fast 6 000 gefährdete Frauen und Mädchen.

Als weibliche Genitalverstümmelung werden alle Praktiken bezeichnet, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt werden, sowie andere medizinisch nicht begründete Verletzungen an den weiblichen Genitalien. Die Praktik, die mäßig starke bis extreme Formen von FGM beinhaltet, ist eine Menschenrechtsverletzung und beeinträchtigt die Gesundheit von Mädchen und Frauen. Sie betrifft vorwiegend Babys und Mädchen zwischen 0 und

14 Jahren, die kein Mitspracherecht bei der Entscheidung haben. In den meisten Fällen wird FGM vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres durchgeführt.

Weibliche Genitalverstümmelung steht in engem Zusammenhang mit Konzepten von Identität, Sexualität, Gender und Machtverhältnissen. Begründungen für die Durchführung sind komplex und eng mit den Werten und Glaubenseinstellungen der unterschiedlichen Gemeinschaften verbunden. Gängige Gründe sind zum Beispiel Initiationsriten, Bewahrung der Jungfräulichkeit, Voraussetzung für die Eheschließung, Identität, Treue gegenüber dem Ehemann, Ehre, Hygiene und Reinheit, Steigerung der Fruchtbarkeit oder religiöse Gründe. In den Gemeinschaften, in denen FGM praktiziert wird, genießen beschnittene Frauen besondere Wertschätzung. Unbeschnittene Frauen hingegen sind Stigmatisierung und Ausgrenzung von ihrer Familie, ihren Freunden und dem gesamten sozialen Umfeld ausgesetzt.

Terre des Femmes ist seit 30 Jahren aktiv und arbeitet neben anderen Schwerpunktthemen – darunter Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung, häusliche und sexualisierte Gewalt sowie Frauenhandel – weiterhin daran, der weiblichen Genitalverstümmelung ein Ende zu setzen. Unsere Vision ist Gleichberechtigung, Selbstbestimmtheit und Freiheit für Mädchen und Frauen weltweit. Wir setzen uns dafür ein, dass die UN-Resolution zur Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung überall umgesetzt wird.


Idah Nabateregga arbeitet im Referat „Weibliche Genitalverstümmelung“ bei Terre des Femmes.
[email protected]

Link:
Terre des Femmes:
http://www.frauenrechte.de
 

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