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Gesundheitspolitik

Furchterregende Aufgabe

von Karim Okanla

In Kürze

Im Kampf gegen HIV/Aids gab es Fortschritte, doch das reicht nicht: In Abomey bekommt ein Patient HIV-Medikamente.

Im Kampf gegen HIV/Aids gab es Fortschritte, doch das reicht nicht: In Abomey bekommt ein Patient HIV-Medikamente.

Lange Zeit schenkten Benins Behörden Krebs wenig Beachtung. Diese Krankheit wurde kaum als ernste Bedrohung betrachtet. Sie galt als Problem reicher, westlicher Industrienationen – vom Lebensstil verursacht und vielleicht auch genetisch bedingt.

Das ändert sich nun schnell. Die Krankheit bedroht eine steigende Zahl von Menschen, die Zahl der Todesopfer schießt in die Höhe. Dem Onkologen Freddy Gnangnon zufolge fordern unterschiedliche Tumorerkrankungen mittlerweile so viele Menschenleben wie HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria zusammen.

Die Behörden wissen, dass sie nicht mehr nur gegen TB, HIV/Aids und Malaria kämpfen müssen. Mit finanzieller Unterstützung des Global Fund konnten diese Krankheiten eingedämmt werden. Nun muss sich die Nation der furchterregenden Herausforderung Krebs stellen.

Bewusstseinsbildung ist dabei ein wichtiger erster Schritt. Es gilt, Mythen und Aberglauben zu widerlegen. In Kooperation mit Patientenvereinigungen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen betreiben staatliche Stellen Öffentlichkeitsarbeit. An großen Kreisverkehren und entlang der Hauptstraßen von Cotonou und Porto-Novo fordern die Plakate nichtstaatlicher Organisationen junge Menschen auf, zur Krebsfrüherkennung zu gehen.

Einige Poster werben auch für traditionelle Medizin. Die Wirkung von Heilkräutern auf Krebs ist bislang aber kaum untersucht und wissenschaftlich nicht belegt. Unklar ist sogar, ob traditionelle Heiler überhaupt das Recht haben, Krebstherapien durchzuführen. Fest steht aber, dass sie Kopf- und Bauchschmerzen behandeln dürfen. Das Gesetz ist also nicht eindeutig.

Viele Menschen wenden sich lieber an Hexer als an Krebsspezialisten. Dabei ist Krebs ein gewaltiges Gesundheitsrisiko geworden. Wie die meisten afrikanischen Länder ist Benin darauf nicht eingestellt. Nun verdient Krebs höchste Priorität, denn die Krankheit kann nicht mehr ignoriert werden. (ko)

 

 

 

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