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Arbeitsbeziehungen

Alptraumartige Bedingungen

von Aditi Roy Ghatak

In Kürze

Hühnerverkauf in Kalkutta.

Hühnerverkauf in Kalkutta.

Im Allgemeinen nutzen Arbeiter in Indiens informellem Sektor einfachste Werkzeuge und produzieren somit entsprechend wenig. Das gilt für die Landwirtschaft wie beim Bau, in der Verarbeitungsbranche und für Dienstleistungen.

Wer im informellen Sektor arbeitet, verdient meist weniger als den gesetzlichen Mindestlohn und genießt zudem weder Arbeitssicherheit noch Sozialschutz. Die Arbeitsbedingungen sind oft miserabel, besonders die Frauen werden ausgenutzt. In Indiens informellem Sektor wird auch Kinder- und Sklavenarbeit eingesetzt.

Die Landwirtschaft ist weitgehend informell. Die Farmen funktionieren meist sehr einfach, nutzen keine zeitgemäßen Technologien, Infrastrukturen und Finanzdienstleistungen. Mehr als die Hälfte der Menschen sind von der Landwirtschaft und verwandten Branchen wie der Fischerei abhängig. Die meisten Bauern sind bitterarm. Somit ist es kein Wunder, dass die Menschen vom Land in die Städte umsiedeln, um ihr Glück zu suchen. Und die Regierung hat keinen Plan, um auf diese Abwanderung zu reagieren.

Viele inländische Migranten enden als Bauarbeiter und leben in Zelten auf den Baustellen. Meist üben die Männer das Handwerk aus, während ihre Frauen ihnen helfen, indem sie die Baustoffe dorthin tragen, wo sie gebraucht werden. Die Arbeit ist gefährlich. Viele Kinder gehen nicht zur Schule.

Andere Landflüchtige siedeln sich in den alptraumartigen riesigen städtischen Slums an. Für ihren Lebensunterhalt sind sie oft gezwungen, irgendeine prekäre Beschäftigung in Herstellung, Transport oder im Einzel- oder Großhandel anzunehmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind absolut unsicher, wenig lukrativ, machen psychisch krank und sind oft gefährlich.

Beispiele dafür gibt es viele. Delhis Slums sind voller Frauen, die im Akkord für Bekleidungs-, Spielzeug-, und Kosmetik-Unternehmen arbeiten. Diese Ausbeuterbetriebe sind miserabel beleuchtet und kaum belüftet. Die Frauen arbeiten zehn Stunden täglich und verdienen umgerechnet keine 40 Cent. Natürlich müssen sie außerdem ihre Kinder und alten Eltern versorgen.

Manche nennen den informellen Sektor einen „unorganisierten Sektor“. Das ist falsch. Informelle Unternehmen sind sehr effizient organisiert, sonst könnten sie nicht den Großteil der Inder beschäftigen. Die Regeln des informellen Sektors basieren teilweise auf Traditionen. Andererseits bedeutet Macht Recht. In jedem Fall spielen mafiöse Netzwerke eine große Rolle bei der Durchsetzung von Ordnung in der informellen Wirtschaft.

 

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