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von D+C | E+Z

In Kürze

Cyclone damage at Gopalpur port.

Cyclone damage at Gopalpur port.

Indische Küste von Zklyon getroffen, Desaster von Lampedusa, IPCC berichet über fortschreitenden Klimawandel, Post-2015 Debatte

Gut vorbereitet

Der Zyklon „Phailin“ hat in Ostindien im Oktober weit weniger Schaden angerichtet als befürchtet. Vor dem Sturm, der laut Zuständigen die größte Evakuierungsaktion der indischen Geschichte auslöste, sind bis zu eine Million Menschen in Sicherheit gebracht worden. Offiziell wurden bis Mitte Oktober 23 Todesopfer gemeldet. Beim letzten Wirbelsturm dieser Stärke kamen Ende der 90er Jahre mehr als 10 000 Menschen um. Phailin verschwand entsprechend schnell aus den Schlagzeilen. Der Sachschaden in der ohnehin armen Küstenregion ist aber riesig. (bm)

 

Flüchtlinge sterben im Mittelmeer

Nachdem vor der Insel Lampedusa Anfang Oktober ein Flüchtlingsboot mit über 500 Menschen an Bord verunglückt ist, wird in Deutschland und der EU erneut über Flüchtlingspolitik diskutiert. Laut Medienberichten war das Boot nicht weit von der Küste entfernt in Seenot geraten. Das Boot fing Feuer, viele Menschen konnten sich nicht mehr retten, mindestens 360 Flüchtlinge sind gestorben, weitere werden vermisst. Nur wenige Tage später kamen erneut 34 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ums Leben. EU-Politiker zeigten sich bestürzt und die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström forderte mehr gemeinsame Maßnahmen in der Einwanderungspolitik. „Wie viel mehr Menschen müssen sterben, bis gehandelt wird?“, fragte Maltas Regierungschef Joseph Muscat. Zu einer Änderung in der Flüchtlingspolitik kam es bei einem schnell einberufenen Treffen der EU-Innenminister jedoch nicht. Es wurde lediglich die Bildung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die das Thema untersuchen soll. Italien fühlt sich angesichts der Problematik an seinen Küsten von der EU allein gelassen und fordert mehr Unterstützung. (bm)

 

Klima erwärmt sich weiter

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat in seinem fünften Bericht abermals bestätigt, dass der Klimawandel fortschreitet. Das beruhe mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschlichem Handeln. Das Wissenschaftlergremium warnt, durch die nach wie vor zunehmende Freisetzung von Treibhausabgasen steige die globale Mitteltemperatur. Dadurch erwärmten sich Ozeane und Gletscher, aber auch Wetterextreme würden häufiger. Rigoroser Klimaschutz zur Minderung der Treibhaus­gasemissionen sei dringend nötig, um die globale Erwärmung zumindest zu begrenzen. Auch der Säuregehalt der Ozeane hat laut Bericht zugenommen. Wissenschaftler des International Programme on the State of the Ocean (IPSO) kritisieren derweil, dass der IPCC-Bericht den Zustand der Ozeane verharmlose. Sie warnen vor den Konsequenzen der zunehmenden Versäuerung der Meere. Das IPCC gibt seit 1990 in regelmäßigen Abständen einen Bericht über die neuesten Kenntnisse zum Klimawandel heraus. (bm)


Alternativer Nobelpreis 2013

Die Gewinner des Right Livelihood Award 2013 stehen fest. Der kongolesische Frauenarzt Denis Mukwege erhält den alternativen Nobelpreis für seine Bemühungen, Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt erlebt haben, zu heilen. Ebenfalls ausgezeichnet wird der palästinensische Menschenrechtler Raji Sourani. Der im Gazastreifen lebende Jurist hat das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte gegründet, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und Betroffenen zu helfen. Für sein Engagement für eine Welt ohne chemische Waffen erhält der US-Amerikaner Paul Walker den alternativen Nobelpreis. Die Right-Livelihood-Stiftung würdigt außerdem erstmals einen Schweizer. Hans Herren und seine „Biovision“-Stiftung setzen sich mit biolo­gischer Schädlingsbekämpfung und nachhaltiger Landwirtschaft gegen Armut, Hunger und Krankheit in Afrika ein. (bm)
 

Diskussion über Weltziele

Weltweit nimmt die Post-2015-Debatte Fahrt auf (siehe Schwerpunktthema von E+Z/D+C 2013/7–8). Andorras Regierungschef Antoni Marti Petit sagte bei der UN-Generalversammlung in New York im Herbst, er wünsche sich für die Post-2015-Agenda noch ehrgeizigere Ziele als die Millennium Development Goals (MDGs), von denen viele vermutlich nicht bis zur Deadline 2015 erreicht würden. Auch bei einer Konferenz des United Nations Devel­opment Programme (UNDP) in Seoul diskutierten Experten neue Ziele für die Zeit nach 2015. Ungleiche Chancen von Armen und Reichen, aber auch gute Regierungsführung seien die Themen, die von der Bevölkerung als wichtig angesehen würden, erklärte Rebeca Grynspan von der UNDP. Auch der Dachverband United Cities and Local Governments beschäftigte sich auf seiner Weltkonferenz in Rabat mit der Post-2015-­Agenda. Er verabschiedete eine Erklärung, die betonte, dass Inklusion und ein gutes Leben in der Stadt wichtig sind, um eine nachhaltige Zukunft für alle zu schaffen. Die Post-2015-Ziele müssten auf lokale Faktoren achten, um erfolgreich zu sein. In New York bestand der mauretanische Außenminister Ahmed Teguedi darauf, dass auch reiche Länder ihren Beitrag leisten müssten. Schuldenerlass, Technologietransfer und erleichterter Nord-Süd-Handel seien wichtige Themen. Cap Verdes Premierminister Jose Maria Pereira Neves forderte hingegen den Fokus auf den Klimawandel zu legen, denn dieses Problem habe die größte Dringlichkeit. (bm)

 

AU wirft IStGH Rassismus vor

Die Afrikanische Union diskutiert einen Rückzug vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Kenias Präsident Uhuru Kenyatta, der in Den Haag angeklagt ist, wirft dem Tribunal Rassismus gegenüber Afrika und den Afrikanern vor. Viele afrikanische Staats- und Regierungschefs stimmen Kenyatta zu und fordern, dass Prozesse gegen amtierende Präsidenten ausgesetzt werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch reagierte empört. Auch der südafrikanische Bischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu unterstützt den IStGH. Tutu sagt, dass afrikanische Politiker, die dem Gericht Rassismus vorwerfen, nur eine Lizenz zum Töten und Unterdrücken ihrer Völker suchten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Dezemberausgabe von E+Z/D+C wird sich ausführlich mit dem IStGH beschäftigen. (bm)

 

Chemische Waffen in Syrien vernichtet

Anfang Oktober hat ein Expertenteam in Syrien begonnen, die Vorräte an chemischen Waffen zu zerstören, nachdem der UN-Sicherheitsrat sich auf eine entsprechende Resolution geeinigt hat. Die Organisation für das Verbot von Chemie­waffen (OPCW), von denen das Expertenteam stammt, erhielt den Friedensnobelpreis 2013, der im Dezember überreicht wird. Bestände Syriens an chemischen Waffen werden auf 1.000 Tonnen geschätzt, dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates zufolge könnte das Land Mitte 2014 chemiewaffenfrei sein. In der Resolution des UN-Sicherheitsrates heißt es, dass „niemand in Syrien chemische Waffen entwickeln, produzieren, kaufen, lagern oder transportieren“ soll. (bm)