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MedienMedia

Diskutieren, wie man Frauen am besten demütigt

von Lindsey Kukunda

Heutzutage

Ugandische Medien berichten oft demütigend über Frauenthemen und weibliche Sexualität. Manche wollen Frauen nur schlechtmachen, manche hoffen aber, eine Debatte für Veränderung anzustoßen.

2015 feuerte NTV, eine von Ugandas größten Fernsehstationen, eine Moderatorin, nachdem sie Opfer von Rache-Pornographie geworden war. Die Manager schickten sogar eine Mitteilung an die weiblichen Angestellten und warnten sie davor, Nacktfotos machen zu lassen, und drohten mit Entlassung, wenn solche Bilder veröffentlicht würden. Dies gilt nicht nur, wenn eine Angestellte Bilder von sich selbst veröffentlicht, sondern auch, wenn jemand anderes dies tut.

Der Personalchef von NTV, Solomon Muhiirwa, war für diese innerbetriebliche Mitteilung verantwortlich. „Als Medienhaus müssen wir einen Standard einhalten“, sagt er. „Wir wollen bestimmte Unsitten vermeiden, zu der sich manche Moderatorinnen vielleicht verleiten lassen. Sonst wird dies zum Problem für den Sender.“ Er betont: „Wir müssen unseren guten Namen schützen.“

Wenn Mitarbeiterinnen diese Dinge nicht kontrollieren könnten, sei NTV der falsche Platz für sie, sagt er. „Fernsehpersönlichkeiten sollten hart daran arbeiten, sich zu schützen. Man kann Nacktfotos machen, aber wenn sie öffentlich werden, sind die Konsequenzen hart.“

Eine ugandische Tageszeitung, der Daily Monitor, druckt regelmäßig umstrittene Artikel zu Frauenthemen. Ein Text zitierte beispielsweise einen Minister, der Frauen riet, ihren Ehemännern Sex nicht zu verweigern, um häusliche Gewalt zu vermeiden. In einem anderen umstrittenen Kommentar schrieb ein männlicher Autor, dass Frauen sich damit abfinden müssten, dass ihre Männer sie durch die Haushaltshilfe ersetzten, wenn sie die Hausarbeiten wie Kochen nicht erledigen würden.

Eunice Rukundo ist die Kulturredakteurin des Daily Monitor. Warum publiziert sie Artikel, die Frauen niedermachen? „Eine der Aufgaben der Medien ist es, Dialog zu fördern“, erklärt Rukundo. „Jedes Mal, wenn wir über ein kontroverses Thema publizieren, will ich einen Dialog auslösen.” Sie meint, dass die Frauenbewegung Fortschritte mache und dass es wichtig sei, dass die Menschen solche Themen diskutierten. „Nehmen wir das Beispiel des Ministers, der Frauen aufforderte, unterwürfig zu sein, um nicht geschlagen zu werden. Wenn die Leser das diskutieren, lernen auch die Minister etwas darüber. Wenn wir still bleiben, dann sagen diese Funktionäre, was sie wollen“, meint Rukundo.

Die digitale Plattform der Zeitung bietet ein Forum für eine Debatte in den sozialen Medien. „Wenn wir diese Dinge nicht bekannt machen, wissen wir nicht, was unter den Leuten geredet wird, und es stünde nicht zur Debatte.“ Die Kulturredakteurin meint, es sei in Uganda jetzt zunehmend inakzeptabel, Frauen schlechtzumachen „weil wir darüber reden.“
 

Lindsey Kukunda ist Journalistin, Trainerin für digitale Sicherheit und Direktorin der zivilgesellschaftlichen Organisation „Not Your Body“. Sie lebt
in Kampala, Uganda.
[email protected]
Twitter: @RizaLouise, @NotyourbodyUg

 

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