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Sanitärversorgung

„Ein gutes Lernumfeld”

von Ella Naliponguit, Linda Engel

In Kürze

Die “WASH in Schools” Website.

Die “WASH in Schools” Website.

Gute Hygiene kann viele ansteckende Krankheiten verhindern. Deshalb ist das Kürzel WASH (für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) in den vergangenen Jahrzehnten ein Schlagwort in der Entwicklungshilfe geworden. In vielen Ländern wurden bereits beträchtliche Fortschritte erzielt, aber es bleibt viel zu tun. Ella Naliponguit vom philippinischen Bildungsministerium treibt seit 2007 das nationale Programm WASH in Schools (WinS) voran.

Weltweit sind viele Schulen unterfinanziert. Warum müssen sie sich trotzdem um Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) kümmern?
Kinder verbringen den Großteil ihres Tages in der Schule. Daher sollten Schulen den Kindern ein gutes Lernumfeld bieten – eines, in dem die Kinder nicht nur lernen, sondern in dem auch ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigt werden.

Wie hat sich WinS auf den Philippinen entwickelt?
Eigentlich mussten wir bei null anfangen. Von 2007 bis 2010 hat die Regierung viele Klassenräume gebaut, schaffte es aber nicht, Toiletten für die wachsende Anzahl von Schülern bereitzustellen. Daher waren die Schulen dankbar für Elterninitiativen, in Klassenzimmern schlichte, aber voll funktionstüchtige Toiletten einzubauen. Dies funktioniert aber nur für jüngere Kinder. Sobald sie die Pubertät erreichen, werden geschlechtergetrennte Toiletten empfohlen.

Bei WASH in Schulen geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern auch um das Erlernen von Hygienepraktiken. Was genau machen Sie?
Zunächst wollten wir das Zähneputzen einführen. In einer Studie von 2007 fanden wir heraus, dass neun von zehn Kindern in den Philippinen an Karies leiden. Außerdem gibt es immer noch Menschen, die sich im Freien erleichtern. Wir fanden es wichtig, Kindern in der Schule die Notwendigkeit von Hygiene und Sanitärversorgung beizubringen. Daher haben wir ein Programm begonnen, in dem Kinder in der Schule ihre Hände waschen und ihre Zähne putzen. Zweimal im Jahr bekommen die Kinder Entwurmungstabletten. Die Hygieneaktivitäten machen die kleinen Kinder als Gruppe. Zusätzlich erhalten sie Hygieneerziehung. Bei der Entwurmung arbeiten das Gesundheits- und das Bildungsministerium zusammen.

Das klingt sehr ehrgeizig. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?
Wir brauchen Hygieneartikel und Wasser. Beides ist teuer. Wir wollen außerdem die Sauberkeit und Instandhaltung der Toiletten verbessern, indem wir Eltern, Schulämter und Kinder in die Verantwortung nehmen.

Wie stellen Sie sicher, dass die Schulen das Programm umsetzen?
Seit 2015 haben wir eine sehr gute, umfassende Wasser- und Sanitärversorgungsrichtlinie. Um ihre Umsetzung sicherzustellen, haben wir ein Monitoring nach dem „Three Star Approach” eingeführt. Wir verwenden einen Fragebogen, mit dem die Schulen ihre eigene Performance bewerten. Sie geben sich entweder einen, zwei oder drei Sterne. Diese Art der Selbstevaluierung nimmt die Schulleitung in die Verantwortung. Sie kennt auch den Bedarf der jeweiligen Schule am besten.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie noch?
Wir wollen, dass 100 Prozent der Schulen Hygieneunterricht durchführen und unsere WinS-Indikatoren erfüllen. Das haben wir noch nicht erreicht. Darüber hinaus fördern wir Aktivitäten zur Menstruationshygiene. Wir sehen erste Verhaltensänderungen, aber es läuft nicht so schnell, wie wir das gerne hätten. Daher halten wir es für klug, die Gemeinden einzubeziehen, anstatt uns nur auf die Schulen zu verlassen. Die Philippinen sind außerdem für Katastrophen anfällig, und wir haben uns noch nicht ausreichend mit WinS in Notlagen beschäftigt.

Was wollen Sie sonst noch machen?
Die Philippinen werden immer wieder von Taifunen getroffen. Daher entwickelt unser Ministerium Richtlinien zu „WinS in Notlagen“. Wir führen bereits Katastrophenprävention durch, wie Erdbebenübungen. Aber es ist noch unklar, was für WinS-Interventionen nach einer Katastrophe stattfinden sollten. Da Schulen als Evakuierungszentren dienen, ist es besonders wichtig, dort auch die Sanitäranlagen sofort zu reparieren. Für Kinder ist es gut, schnell wieder ihren Alltag aufzunehmen. Es hilft ihrem Heilungsprozess.


Ella Naliponguit ist als Direktorin im Bildungsministerium der Philippinen für WinS (WASH in Schools) zuständig.
[email protected]

WinS (Wash in Schools):
https://wins.deped.gov.ph

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