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Weltwassergipfel

Schwer greifbares Grundrecht

von Peter Hauff

In Kürze

Kurz vor dem Weltforum in Marseille wurde laut UN-Bericht das Millenniumsziel erreicht, die Zahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben. Was weiterhin fehlt, ist ein Klageweg für das Menschenrecht auf Wasser. Von Peter Hauff

Frankreich war Gastgeber des sechsten Weltforums für Wasser im März. Der Präsident von Niger, Mahamadou Issoufou, betonte in Marseille die zentrale Bedeutung des Wassers für sein Land. Die Industrieländer des Nordens nehmen das Menschenrecht auf Wasser hingegen weniger ernst, kritisierte der World Wildlife Fund (WWF). Dabei schüre Wassermangel auch weltweite Sicherheitsrisiken; daraus ergäben sich zunehmende, bewaffnete Konflikte. Die Umweltorganisation erinnerte an weltweit rund 50 Beispiele (siehe auch Kommentar von Nfamara Jawneh in dieser Ausgabe).

Andererseits wurden auf dem Planeten zwischen 1820 und 2007 rund 450 Wasserabkommen abgeschlossen, räumt der WWF ein. Zur friedlichen Nutzung rund 60 Prozent aller grenzüberschreitenden Gewässer fehlten jedoch derartige Vereinbarungen. Was ebenfalls fehlt, ist ein Klageweg für das Menschenrecht auf Wasser. Nichtregierungsorganisationen fordern seit einiger Zeit, einen Weltgerichtshof zu schaffen, der Menschen oder Institutionen ermöglicht, dieses im Juli 2010 international beschlossene Grundrecht einzuklagen. Die Politik zögert mit einer Umsetzung (siehe E+Z/D+C 2010/09, S. 312 – 313, und E+Z/D+C 2011/01, S. 9).

Im März gaben die UN-Statistiker bekannt, das Millenniumsziel „Trinkwasser“ sei erfüllt. Das heißt, dass seit 1990 mehr als 2 Milliarden Menschen erstmals Zugang zu sauberem Trinkwasser erhielten, so dass der Anteil der Menschen ohne ­sichere Versorgung im Vergleich zu 1990 halbiert wurde. Trotzdem sterben nach ­Angaben der Vereinten Nationen rund 3,5 Millionen Menschen jedes Jahr durch schlechte Wasserversorgung. Etwa 800 Millionen Menschen haben weiterhin kein sauberes Trinkwasser, heißt es im jüngsten Welt-Wasserbericht (siehe auch Schwerpunktbeiträge auf den Seiten 153, 155 und 157).

Eine wachsende Weltbevölkerung wird bis 2050 ein Fünftel mehr Trinkwasser verbrauchen, ergänzt die UNO. Wichtigster Faktor sei die Landwirtschaft, die bis 2050 9 Milliarden Menschen versorgen muss. Um den steigenden Einsatz von Grundwasser zu stoppen, dessen Vorrat weltweit sinkt, empfehlen Experten zum Beispiel den Anbau von Pflanzen, die Trockenheit besser vertragen, sowie die Verwendung von Gebrauchswasser für Toilettenspülungen. (ph)