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Friedensverhandlungen

Perspektiven für Millionen Bürgerkriegsopfer

von Gregor Maaß, Mario Pilz

In Kürze

Symbolische Wiedergutmachungsaktion von Opfern des bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

Symbolische Wiedergutmachungsaktion von Opfern des bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

Nach einem halben Jahrhundert Bürgerkrieg scheint die Unterzeichnung der Friedensverträge zwischen der Guerillaorganisation FARC und der kolumbianischen Regierung zum Greifen nahe.

In den mehr als drei Jahre andauernden Gesprächen behandelten sie zentrale Ursachen des Konfliktes und widmeten sich nicht zufällig gleich im ersten Verhandlungspunkt dem ländlichen Raum. Denn die Armut auf dem Land war einst Anlass für den bewaffneten Kampf der Rebellen und prägt Kolumbien bis heute.

Am bewaffneten Konflikt in Kolumbien sind neben dem kolumbianischen Militär und der FARC auch die Rebellengruppe ELN, Paramilitärs und kriminelle Banden beteiligt. Die jahrzehntelange Gewalt hat eine sehr hohe Zahl an Opfern von Tod, Gewalt und Vertreibung zur Folge, vor allem bei der ländlichen Bevölkerung. Bis Juni 2016 registrierte die staatliche Opferbehörde 8 Millionen Betroffene, darunter sind rund 6,8 Millionen Binnenflüchtlinge. Mehr Binnenflüchtlinge gibt es weltweit derzeit nur in Syrien.

Trotz andauernden Bürgerkriegs brachte die Regierung in den letzten Jahren eine Entschädigungspolitik auf den Weg, um für die sozioökonomische Stabilisierung der Opfer und die Wiederherstellung ihrer Rechte zu sorgen. Die entsprechende Opfergesetzgebung hat Kolumbien international viel Anerkennung gebracht, an der Umsetzung mangelt es jedoch. Erst im vergangenen Jahr wies ein kritischer Bericht des kolumbianischen Rechnungshofs auf die besorgniserregende Lage sowie eine massive und strukturelle Verarmung der Opfer hin.

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