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Lateinamerika

Vielfältige Optionen für nachhaltigen Aufschwung

von José Siaba Serrate

In Kürze

Naturbasierte Lösungen helfen weiter: Mangrovenwald in Panama.

Naturbasierte Lösungen helfen weiter: Mangrovenwald in Panama.

Regierungen in Lateinamerika und der Karibik (LAC) sollten sich bei der Planung eines grünen Aufschwungs auf naturnahe Lösungen, Digitalisierung sowie die Modernisierung der Verkehrs- und Energieinfrastruktur konzentrieren. Auf allen drei Feldern gibt es vielfältige Optionen.

Naturbasierte Lösungen kommen in der Konjunkturpolitik oft zu kurz. Relevant sind die Bewirtschaftung und Wiederherstellung von Ökosystemen, denn so können die Folgen von Überschwemmungen, Trockenheit und extremer Hitze gemindert werden. Nützlich ist etwa die Pflege von Mangrovensträuchern oder -bäumen, die an Meeresküsten oder entlang leicht salzhaltiger Binnengewässer wachsen. Diese Vegetation schützt das umliegende Land sowie Infrastruktur (Brücken, Straßen et cetera). Obendrein dienen sie der Gesundheit, schaffen Jobs und sorgen für sauberes Wasser.

Vielfach bleibt das Potenzial naturbasierter Lösungen ungenutzt. Laut UN Global Compact – einem Nachhaltigkeitsbündnis der UN für Privatfirmen – können sie ein Drittel zu dem beitragen, was zur Erreichung der globalen Klimaziele bis 2030 nötig ist.

Digitalisierung – Auch die Nutzung digitaler Technik für effizientere Wertschöpfung wird oft vernachlässigt, könnte aber den grünen Aufschwung fördern. Idealerweise ermöglicht die Digitalisierung einen sozial inklusiven Wandel, weil sie Informationen zugänglich macht und Kommunikation vereinfacht. Digitale Technik ist fast unbegrenzt einsetzbar – bei Zahlungssystemen, bei der finanzwirtschaftlichen Inklusion oder im Bildungs- und Gesundheitswesens. Elektronische Plattformen können kleinen und mittelständischen Unternehmen Geschäftschancen verschaffen und dazu beitragen, Regionen in die Weltwirtschaft zu integrieren.

Bessere Verkehrs- und Energieinfrastruktur würde den grünen Aufschwung ebenfalls beschleunigen. 65 Prozent der CO2-Emissionen in LAC entstehen durch Verkehr und Stromerzeugung. Für die urbane Luftqualität wäre mehr elektrisch angetriebener Transport gut. Über 435  000 vorzeitige Todesfälle würden vermieden, wenn in fünf großen Städten Lateinamerikas – Buenos Aires, Santiago de Chile, San José (Costa Rica), Mexiko-Stadt und Cali (Kolumbien) – alle Autofahrer Elektrofahrzeuge nutzten.

Wirtschaftlicher Aufschwung und nachhaltige Energie- und Verkehrsinfrastruktur sind verknüpft. Grüne Technologien in diesen Sektoren schaffen kurzfristig Jobs und langfristig eine lebenswertere Umwelt. Mit Net-Zero-Emssions-Strategien könnte die LAC-Region laut einer Studie von Interamerikanischer Entwicklungsbank und Internationaler Arbeitsorganisation von 2020 bis 2030 netto 15 Millionen neue Jobs in den Sektoren erneuerbare Energien, Bau, verarbeitendes Gewerbe und nachhaltige Landwirtschaft generieren.


José Siaba Serrate ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Buenos Aires und der Universität des Centre for Macroeconomic Study (UCEMA), einer Privatuni in Buenos Aires. Er ist zudem Mitglied des Argentinischen Rats für internationale Beziehungen (CARI).
[email protected]

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