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Klimaanpassung

Der Weg voran

von Feisal Rahman

In Kürze

„Erwerbschancen sollten in neuen Städten geschaffen werden, damit nicht alle Klimaflüchtlinge in die bestehenden, bereits dicht bevölkerten Ballungsräume drängen“: Verkehrsstau in einem Vorort von Dhaka.

„Erwerbschancen sollten in neuen Städten geschaffen werden, damit nicht alle Klimaflüchtlinge in die bestehenden, bereits dicht bevölkerten Ballungsräume drängen“: Verkehrsstau in einem Vorort von Dhaka.

Trotz großer Probleme gibt Bangladesch nicht auf. Das Land gilt sogar vielfach als Vorreiter bei der Klimaanpassung. Die Regierung stellt sich den Herausforderungen.

Bangladesch gehört zu den Ländern, die nur wenig CO2 ausstoßen, aber voraussichtlich zu den Hauptleidtragenden des Treibhauseffekts gehören werden. Es wartet aber nicht darauf, von anderen gerettet zu werden, sondern hat schon mehrere Initiativen ergriffen, um Entwicklung so zu gestalten, dass sie dem Klimawandel standhält. 2008 wurde dafür ein Zehn-Jahres-Plan beschlossen, und in der Folge entstand ein Fonds, der bereits den Gegenwert von rund einer Milliarde Dollar Steuermittel in konkrete Maßnahmen investiert hat. Die internationale Gebergemeinschaft hat einen Parallelfonds eingerichtet, der „Resilience Fund“ heißt.

Beim Katastrophenschutz gibt es riesige Fortschritte. Die Nation hat jetzt ein sehr zuverlässiges Frühwarnsystem mit fast 50 000 Freiwilligen. Wichtig ist auch, dass die Industrie wächst, neue Erwerbschancen schafft und die Einkommen steigen lässt. Bis 2021 wird Bangladesch vermutlich ein Land mit mittlerem Einkommen sein.

Es muss noch viel geschehen. Dabei sind die folgenden Punkte wichtig: 

  • Gegen die Versalzung muss etwas getan werden. Es wäre gut, Monsunwasser aufzustauen, um die Flüsse in der Trockenzeit mehr Wasser führen zu lassen, damit weniger Meerwasser ins Delta hinfließen kann. Das ist technisch aber recht anspruchsvoll und muss gut konzipiert werden.
  • Die bestehenden Küstenbefestigungen müssen besser instand gehalten werden und dem steigenden Meeresspiegel entsprechend ausgebaut werden. Es ist auch dafür zu sorgen, dass Schäden umgehend repariert werden. 
  • Die Mehrheit der Küstenbevölkerung hängt von der Landwirtshaft ab, folglich muss dieser Wirtschaftszweig intelligent auf den Klimawandel vorbereitet werden. Es wäre sinnvoll, Reissorten anzubauen, die mehr Salz vertragen – und das gilt entsprechend auch für andere Nutzpflanzen. Es wäre zudem möglich, Beete höher anzulegen. Die Politik sollte solche Maßnahmen fördern und darauf achten, dass Kleinbauern davon profitieren.
  • Die Infrastruktur im ländlichen Raum muss klimafest gemacht werden, wobei die Bedürfnisse von Frauen und verwundbaren Gruppen besondere Beachtung verdienen.  
  • Die Stadtplanung muss sich auf wachsende Landflucht einstellen und für ausreichende urbane Infrastruktur sorgen. Erwerbschancen sollten zudem in neuen Städten geschaffen werden, damit nicht alle Klimaflüchtlinge in die bestehenden, bereits dichtbevölkerten Ballungsräume drängen.  

Während Bangladesch sich derlei heimischen Aufgaben stellt, muss es in internationalen Verhandlungen dafür sorgen, dass alle Länder, die dem Klimawandel ausgesetzt sind, ohne zu ihm entscheidend beigetragen zu haben, Geld und technischen Rat bekommen. Klimaanpassung ist nur in begrenztem Maß möglich. Deshalb muss das Klima geschützt werden, was nur die internationale Staatengemeinschaft leisten kann. Um Emissionen im ausreichenden Maß zu reduzieren, ist globale Kooperation nötig. Bangladeschs Diplomaten werden ordentlich zu tun haben.

 

 

 

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